Mitreißende Hommage an Udo Jürgens
Bild: Vredenburg
Mit der Show „Merci Udo“ in der Cultura ließen internationale Musicalstars die Karriere des größten deutschsprachigen Popstars der vergangenen Jahrzehnte Revue passieren.
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Der musikalische Leiter der Show Peter Wölke, der seit Jahren mit seiner Band durch Europa tourt und Gala-Abende organisiert, hatte mit Maria Jane Hyde, Lara Grünfeld, Thomas Hohler und Matthias Stockinger vier Künstler verpflichtet, die bereits auf den großen Musicalbühnen Europas standen.

Mit einzigartigen Stimmen interpretierten sie altvertraute Lieder wie „Griechischer Wein“, „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Ich war noch niemals in New York“ auf ihre eigene Art.

Publikum vom Start weg begeistert

Das Publikum ging von Anfang an begeistert mit und wusste ganz genau, an welcher Stelle Begriffe wie „Bohnerwachs“ oder „Spießigkeit“ einzufügen waren. Wölke führte als kundiger Moderator durch den Abend und vermittelte mit Fakten und Eckdaten interessante Einblicke in das Leben des Entertainers, der 1934 im österreichischen Klagenfurt als Udo Jürgen Böckelmann geboren wurde und als junger Mann Gesang, Komposition und Klavier studierte.

„Ich glaube, er hatte den großen Traum, ein bekannter Sänger und Komponist zu werden“, meinte Wölke, bevor das Lied „Ein Traumtänzer“ erklang, das sich in kurzen Sequenzen wie ein fast wehmütiger roter Faden durch das Programm zog.

Den Weg bis zu Hits wie „17 Jahr, blondes Haar“ oder „Immer wieder geht die Sonne auf“ beschrieb Wölke als lang. Jürgens erster Schlager „Es waren weiße Chrysanthemen“ sei ein kapitaler Flop gewesen. Seine Fähigkeiten als Komponist hingegen hätten schon früh das Interesse von Stars wie Sammy Davis Junior geweckt, für den der Österreicher „If I Never Sing Another Song“ (exzellent dargeboten von Thomas Hohler) komponiert habe.

Internationale Karriere nach Grand-Prix-Sieg 1966

Sein Sieg für Österreich mit „Merci Chérie“ 1966 beim Grand Prix in Luxemburg (berührend gesungen von Lara Grünwald) sei gleichzeitig der Startschuss einer internationalen Karriere gewesen, die mit dem Lied „Buenos días, Argentina“, das Jürgens 1978 mit der deutschen Nationalelf zur Weltmeisterschaft in Argentinien aufgenommen hatte (die Akteure stürmten im Kicker-Outfit auf die Bühne), ihren Höhepunkt erreichte.

Reichlich Applaus gab es auch für Instrumental-Soli, etwa in dem Song „Was ich Dir sagen will, sagt mein Klavier“ mit Wölke an der Klarinette und Willem Beuß an den Tasten sowie einem rasanten Zwischenspiel des Drummers Benedikt Hesse aus der Schweiz.

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