Modisch durchs Jahr mit der Caritas-Boutique
Bild: Tiemann
Die guten Seelen der Boutique: Marie-Theres Biermann, Anne Bussieweke und Irmgard Heisener (von links) und sechs weitere Frauen kümmern sich um die Kleider.
Bild: Tiemann

 In dem kleinen Verkaufsraum der Caritas an der Gersteinstraße drängen sich auf etwa 40 Quadratmetern die Kunden. Auf Kleiderständern und in Regalen stöbern sie zwischen Herren- und Damenmode, Kinderkleidung und zahlreichen Accessoires.

Im Zimmer nebenan, das durch eine Glastür abgetrennt ist, sind die Ehrenamtlichen Anna Bussiewecke, Irmgard Heisener und Marie-Theres Biermann damit beschäftigt, körbeweise neue Kleidung entgegenzunehmen. Heute ist einiges zu tun. Viele Rietberger haben ausgemistet und bringen das, was ihnen nicht mehr passt oder aus der Mode gekommen ist, zur Caritas-Boutique. Hemden, Hosen, Jacken, Pullover – alles ist in einwandfreiem Zustand und liegt ordentlich gefaltet in Körben. „Wir bekommen tolle Stücke“, sagt Anne Bussieweke und betont, dass ganz oft Markenware dabei sei.

Sie und ihre Mitstreiterinnen von der Caritaskonferenz Rietberg sind froh, dass sie mit der gut erhaltenen Kleidung Menschen in Not helfen können. „Wer von Sozialhilfe lebt, kann es sich doch nicht leisten, seine fünfköpfige Familie im normalen Geschäft auszustatten“, weiß Anna Bussieweke. Bei der Caritas spielt der Geldbeutel (fast) keine Rolle. Pro Teil werden zwischen 1,50 und 3 Euro fällig.

 Das Interesse der Menschen an der preiswerten Kleidung ist groß: An beiden Öffnungstagen (immer zwei Stunden) kommen jeweils bis zu 50 Besucher. Dennoch gibt es viele Familien, die sich scheuen, das Angebot in Anspruch zu nehmen, berichtet Anne Bussieweke: „Oft ist es leider so, dass wir auf diese Menschen zugehen müssen, wenn wir von ihrer Not erfahren.“

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf, deren Höhe die Mitarbeiterinnen nicht nennen wollen, wird die Miete für das Ladenlokal an der Gersteinstraße bezahlt. Was übrig bleibt, kommt Hilfebedürftigen in Rietberg direkt und unbürokratisch zugute.

Die ehrenamtliche Arbeit macht den Frauen riesigen Spaß. Wenn alles ordentlich aufgereiht im Geschäft hängt und gerade nichts zu tun ist – was selten vorkommt – vertreiben sich die Helferinnen die Zeit mit ihrer Lieblingsbeschäftigung: einer kleinen Modenschau.

Öffnungszeiten: Montags von 15 bis 17 Uhr und mittwochs von 10 bis 12 Uhr.

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