Nicht geräuschlos von Bühne schleichen
Bild: Vredenburg
Applaus für Geleistetes: (v. l.) Burkhard Ernst, Fritz-Otto Husemann, Frank Wedekind und Andreas Sunder feiern den runden Geburtstag
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Sich wieder zu sehen, sich vielleicht dankbar zu erinnern und zu freuen – dazu solle die Jubiläumsfeier dienen. „Nach 50 Jahren ist es Zeit, ein Ausrufezeichen zu setzen, einen Absatz zu machen und innezuhalten“, sagte Ernst. 

Regierungsschuldirektor Fritz- Otto Husemann beglückwünschte alle Beteiligten zu der gemeinsam geleisteten erfolgreichen Schularbeit. Eine Qualitätsanalyse vor einigen Jahren habe die sehr gute Arbeit der Einrichtung beschrieben und dem Kollegium große Fachkompetenz bescheinigt. „Die Realschule hat sich über Jahrzehnte zu einem Erfolgsmodell entwickelt und war mit einem breiten Bildungsangebot fest in der Gemeinde verankert“, blickte Husemann zurück. Nach dem politischen Beschluss zur Schließung der Schule im Oktober 2012 erkenne er mit großem Respekt an, wie es ihr in den vergangenen Jahren gelungen sei, dem selbst gesteckten Ziel, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern Haltung zu bewahren und für die Schüler bis zum letzten Öffnungstag vollumfänglich da zu sein, treu zu bleiben. Husemann: „Es ist das Weitertragen des Feuers und nicht das Bewahren der Asche, das Weiterentwicklung und Fortschritt möglich macht.“

Gesamtschulleiter Frank Wedekind bedankte sich für diese „Steilvorlage“ und bekräftigte: „Wir wollen Positives weiterführen und unter den geänderten Rahmenbedingungen gestalten.“ Dabei stehe der Gedanke im Vordergrund, den Rietberger Kindern optimale Bildungsmöglichkeiten anzubieten – ganz unabhängig von einer Schulstruktur. Viele Kollegen der Realschule seien mittlerweile zur Gesamtschule gewechselt. Bürgermeister Andreas Sunder gratulierte und bedankte sich, „dass die Realschule so aktiv an dem Umstrukturierungsprozess zum Zwei-Säulen-System mitgewirkt hat“.

Die Gründung der Realschule Rietberg geht auf einen Antrag von Eltern der Katholischen Volksschule Neuenkirchen im Januar 1966 zurück. Zwei Monate später stimmte der Stadtrat dem Begehren zu, sodass bereits am 7. September 1967 zwei Klassen mit insgesamt 73 Schülern im Alten Progymnasium eingeschult werden konnten. Im Jahr darauf wurden zwei weitere Klassen gebildet – diesmal mit jeweils 38 Kindern. 1969 bekam die Schule mit Gerhard Bügemannskemper ihren ersten offiziellen Direktor und einen Pavillon für weitere vier Klassen. 1970 fiel der Startschuss für den Bau des Schulzentrums.

Die Platzprobleme blieben. 1973 zog die Realschule in das ehemalige Progymnasium und 1978 wieder an die Klosterstraße, weil die Schule vierzügig wurde. 1984 bezog die Einrichtung die ersten acht Klassenräume im Hauptschultrakt und übernahm 1990 vom Gymnasium den vierten Turmaufgang mit sechs weiteren Klassenräumen. Drei Jahre später wurden ein Computerraum und die Bücherei angebaut, 1998 ein Pavillon für acht Klassen in Leichtbauweise errichtet. 2003 entstand ein kompletter Neubau für weitere acht Klassen und ein Musikraum.

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