Novellierung der Gestaltungssatzung
Nach annähernd vier Jahrzehnten soll die Gestaltungssatzung für die Rietberger Innenstadt novelliert werden. Das Bild zeigt den Riberac-Brunnen am Südtor.

Sie hatten ihre Ideen sowie Anregungen unter anderem im Rahmen zweier Beteiligungswerkstätten in den dringend angezeigten Entwicklungsprozess mit eingebracht. Schließlich besitzt die aktuelle Variante seit annähernd vier Jahrzehnten Gültigkeit. Sie wurde zu einer Zeit verfasst, als noch niemand oder nur sehr wenige Menschen irgendeinen Gedanken an Photovoltaikanlagen, Solarthermie, Parabolantennen, Mobilfunkmasten und ähnliche technische Errungenschaften verschwendeten.

Klare Regeln, damit kein Wildwuchs entsteht

Schon längst aber wollen diese endlich in Einklang gebracht werden mit der weitgehend historischen beziehungsweise auch denkmalgeschützten Bausubstanz in der Rietberger Innenstadt. Damit kein Wildwuchs entsteht, braucht es klare Regeln. Diese soll die Politik während der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 25. Juni, festzurren. Beginn ist um 18 Uhr in der Mensa der Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule.

Einer der wesentlichen Punkte ist das Erhaltungsgebot. Dem zufolge kann „bei der Beseitigung und der Wiedererrichtung eines Gebäudes verlangt werden“, dass die vorhandene Bautiefe, die Gebäudehöhe sowie dessen -form, die Dachneigung, dessen Erscheinungsbild und die Firstrichtung beibehalten werden müssen. Er sei doch sehr gespannt, was unter diesen Voraussetzungen mit der Immobilie an der Rathausstraße 1 passieren werde, äußerte bei der jüngsten Zusammenkunft des zuständigen Fachausschusses der SPD-Ratsherr Gerd Muhle. Bekanntlich plant der Eigentümer, das von Leiharbeitern bewohnte Objekt am Nordtor abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Verwaltung behält Spielraum

Professor Dr. Manfred Niewiarra begrüßte, dass es sich in diesem wie in anderen Fällen um Kann-Bestimmungen handele. Das gebe der Verwaltung die erforderlichen Freiheiten. Solche werden beispielsweise erforderlich sein, wenn es sich um die Gestaltung der Biergärten vor Gastronomiebetrieben in der Rietberger Innenstadt dreht. Diese empfinde man als zu einengend, monierten die Sozialdemokraten denn auch unlängst. „Wir können Ausnahmen zulassen“, betonte Frank Jungeilges, Leiter der Abteilung Bauaufsicht und Denkmalpflege im historischen Rathaus. Schließlich liege ihm ebenso wie anderen am Herzen, dass der Stadtkern belebt sei. Die Neufassung der Gestaltungssatzung ist online im Rietberger Ratsinformationssystem zu finden.

Solarenergie nur zur Eigennutzung

Eine andere wesentliche Neuerung betrifft die Nutzung regenerativer Energien. So heißt es zwar: „Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sind nicht zulässig“, gleichwohl können sie ausnahmsweise zugelassen werden, „wenn sie sich in Form und Farbigkeit in die Dachlandschaft zusammenhängend einpassen und soweit sie von öffentlichen Straßen oder Fußwegen nicht sichtbar sind“. Überdies muss ein Nachweis erbracht werden, dass die Anlage für den notwendigen Eigenbedarf erforderlich ist. Fenster und Schaufenster sollen künftig ausnahmsweise aus Metall oder Kunststoff sein dürfen, „wenn sie bei Neubauten verwendet werden oder es der ursprünglichen Konzeption des Gebäudes entspricht“.

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