Obstbäume dienen Mensch und Tier
Bild: Daub
Wichtige Maßnahme für Flora und Fauna: Der Rietberger Hegering hat im Stadtgebiet insgesamt 60 Obstbäume gepflanzt. Sie sollen der Tierwelt künftig Nahrung und Schutz bieten. Das Bild zeigt (v. l.) Simon Broeker, Hegeringsgleiter Edgar Erves, Bernhard Broeker und Obmann Dr. Wolfgang Settertobulte beim Einsatz an der Wapelstraße in Druffel.
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Sie pflanzten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet insgesamt 60 Obstbäume. Durch das Setzen von Kirsch-, Apfel-, Birnenträgern und Co. wolle man die Wildhabitate verbessern, erklärt Dr. Wolfgang Settertobulte, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering, im Gespräch mit der „Glocke“. Hegeringsleiter Edgar Erves und er waren ebenfalls zum „Spateneinsatz“ erschienen: Sie bildeten eines von mehreren Teams, die mit Grünem Daumen in der Kommune unterwegs waren, in diesem Fall auf dem Hof von Bernhard Broeker an der Wapelstraße in Druffel.

Vielfalt von Williams-Christ-Birne bis Kirsche

Dort wurden die jungen Stämme, darunter Williams-Christ-Birnen, Pflaumen und Kirschen, in Reih’ und Glied mit dem notwendigen Abstand in den Boden einer stattlichen Wiese von 1500 Quadratmetern Fläche verankert. Grundbesitzer Broeker, der zu den passionierten Waidmännern gezählt werden darf, freut sich bereits darauf, in wenigen Jahren in Hausnähe auf eine bunte Obstwiese schauen zu können, die Wildtieren Schutz und Nahrung bietet.

„Nahrung heißt Früchte“, betont er mit einem Schmunzeln und weist darauf hin, dass jedes Stämmchen mit einem Drahtgitter ausgestattet worden ist. So soll verhindert werden, dass vorzeitig Rinde abgeknabbert wird, die gerade beim Rehwild äußerst begehrt ist. Dr. Wolfgang Settertobulte streicht in diesem Zusammenhang das ganzheitliche Umweltschutzdenken der Jagdgemeinschaft heraus, denn: „Obstbäume bieten, selbst wenn sie abgestorben sind, zahlreichen Vogelarten wie den Höhlenbrütern erstklassige Nistmöglichkeiten.“

Nahrung und Schutz

Außerdem ernährten sie Wildbienen. Und die herabfallenden Früchte dienten im Herbst und Winter als Futter für andere Tierarten, etwa Rehen und Füchse. Der zum Jahresende anfallende Baumschnitt werde derweil gern von Feldhasen verputzt. Der Hegering will es bei dieser Aktion nicht belassen. Geplant sind weitere ehrenamtliche Einsätze im kommenden Jahr, darunter das Einsammeln von Müll sowie Bemühungen, die Insektenvielfalt mittels Blührandstreifen anzukurbeln. Auch neue Obstbaumpflanzungen stehen auf der Agenda. Bernhard Broeker wünscht sich, dass aus seinem Grünlandgrundstück einmal eine bunte Blumenwiese wird. Doch dafür müsse er erst noch einen Antrag stellen: „Es besteht nämlich ein Umnutzungsverbot, das Landwirte einhalten müssen“, erklärt er.

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