Outlet-Parkhaus „einträglich“
Bild: von Stockum
Kommt das City-Outlet-Center, dürfte es im Innenstadtbereich vorbei sein mit dem kostenlosen Parken für Kunden. Zum einen, um die Menschen vor dem Verkehr zu bewahren, zum anderen, um die Wirtschaftlichkeit eines Parkhauses zu steigern.
Bild: von Stockum

Vorausgesetzt, die von anderen Experten prognostizierte Kundenzahl in Rietbergs Innenstadt wird erreicht.

Wer in sich geht, wird feststellen, dass Parken eine emotionale Geschichte ist – es ist verbunden mit bestimmten Wünschen. Wer nur mal kurz Brötchen holen möchte, dürfte die im schlechtesten Fall 600 Meter Fußweg zwischen ZOB und Rathausstraße scheuen. Wer sich aber auf ein stundenlanges Einkaufsvergnügen freut, nimmt eine solche Distanz ohne Murren in Kauf. „Trotz der relativ weiten Entfernung ist dieser Standort machbar, sinnvoll und städtebaulich optimal“, sagt Rainer Schneider vom Büro für Parkkonzepte, Hannover.

Überdenken müssten Rat und Verwaltung seiner Einschätzung nach die Möglichkeit, Autos kostenlos in der City abstellen zu können: „Es wird immer Menschen geben, die näher, schöner und kostengünstiger den Wagen lassen wollen“, weiß der Fachmann. „Die lassen sich auch nicht von einem Leitsystem irritieren.“ Letztlich schade das Abstellen zum Nulltarif nicht nur der Effizienz eines Parkhauses, sondern führe auch zu „Suchverkehren“, die es zu vermeiden gelte.

Schneider geht davon aus, dass an einem City-Outlet-Sommertag, an dem zudem das Freibad und der Gartenschaupark geöffnet sind sowie die Cultura eine Abendveranstaltung anbietet, zwischen 11 und 19 Uhr relativ kontant etwa 300 Autos in dem angedachten ZOB-Parkhaus stehen. Angenommen, die Schwimmer zahlen nichts, die COC-Besucher einen Euro pro Stunde sowie Park- und Rundtheatergäste eine Tagespauschale von 1,50 Euro, prognostiziert Schneider einen Jahresumsatz von 755 000 Euro.

Bedingung wäre, dass die 100 Nulltarif-Plätze in der Innenstadt wegfielen (Variante A). Würden diese erhalten (Variante B), reduziert sich der Umsatz um etwa 300 000 Euro. Legt man den Umsatz von Variante A zugrunde und zieht davon eine Abschreibung von 80 000 Euro, Finanzierungskosten von 64 000 Euro und Betriebskosten 170 000 Euro ab, steht unter dem Strich ein bereinigter Jahresüberschuss von rund 441 000 Euro.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auf der Rietberg-Seite vom 3. Dezember 2015

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