Päckchenaktion trifft mitten ins Herz
Für jeden ein Geschenk: Komiteechefin Monika Kuper und ihr Stellvertreter Dr. Jacek Sakowski überreichten die „Päckchen für die Seele“ persönlich an die Bewohner des Glogóweker Altenheims.

Um die Verteilung der 85 Präsente, die Bürger aus der Emsstadt in den Wochen zuvor mit viel Liebe zum Detail ausgewählt und verpackt hatten, kümmerten sich die mitgereisten Vorstandsmitglieder des Komitees persönlich. In jedem der Zimmer, die zum Teil von bis zu fünf Senioren bewohnt werden, waren Vorsitzende Monika Kuper sowie ihre Mitstreiter Dr. Jacek Sakowski, Konrad Oesselke und Nimo Sudbrock beim Auspacken der „Seelenpäckchen“ behilflich.

Strahlende Gesichter

Ob der alte Mann, der erst seit einigen Monaten in der Einrichtung betreut wird, weil sein Sohn eine Pfarrstelle in der Alpenrepublik Österreich angetreten hat, oder die liebe Omi mit den strahlenden Augen, die schon beim ersten Besuch vor fünf Jahren dort war: Jeder der annähernd 70 Bewohner hat sich über die Aufmerksamkeit aus der fast 1000 Kilometer entfernten deutschen Partnerstadt sichtlich gefreut.

Niemand wird vergessen

„Die Gewissheit, dass sie nicht vergessen sind, ist das Wichtigste“, berichtet Komiteevorsitzende Monika Kuper. Ein Großteil der alten Leute bekomme kaum Besuch in dem Haus, wo Luxus wahrlich ein Fremdwort sei. Einen Balkon oder einen Aufzug, der bis zum Erdgeschoss führt, suche man beispielsweise vergeblich. „Viele hier gehören zu den Vergessenen der Gesellschaft,“ ist sich das Komitee sicher.

Pralinen und Seife

Pralinen, Seife, warme Kleidung, Taschenlampen, Kuscheltiere oder selbst gestrickte Socken – der Einfallsreichtum der Rietberger, die sich an der mittlerweile vierten Päckchenaktion des Komitees zur Förderung der deutsch-polnischen Städtepartnerschaft beteiligt hatten, kannte keine Grenzen. Gut gebrauchen können die Heimbewohner die Sachspenden aus dem Süden des Kreises Gütersloh allemal, denn: „Ihre Grundversorgung mit Nahrung und Medikamenten ist zwar sichergestellt, aber es fehlt an den kleinen Dingen fürs Herz, die das Leben lebenswert machen“, resümiert Monika Kuper.

Zeit für Gespräche

Drei Stunden lang war die Abordnung aus Rietberg in dem Heim am Rand von Glogówek unterwegs, bis alle Päckchen an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht und ausgepackt worden waren. Zeit nahmen sich die Vorstandsmitglieder besonders für persönliche Begegnungen: Hier eine herzliche Umarmung, dort ein zärtlicher Händedruck und zwischendurch immer wieder kurze Gespräche, die meistens mit Sätzen begannen wie „Schön, dass Ihr an uns gedacht habt“, ließen jeden gefahrenen Kilometer vergessen.

Mit zahlreichen positiven Erinnerungen zurück

Am Ende war das Auto, mit dem die Delegation aus Rietberg die Reise nach Schlesien angetreten hatte, zwar leer. Zurück nach Ostwestfalen nahmen Monika Kuper, Dr. Jacek Sakowski, Konrad Oesselke und Nimo Sudbrock aber unzählige Erinnerungen an dankbare Menschen. Besuche im Heimatmuseum von Friedersdorf, im städtischen Museum Glogóweks, in der Sternchengruppe des örtlichen Kindergartens, die eine Freundschaft zur Sonnenstrahlengruppe im Kindergarten Sabina Katharina unterhält, sowie ein Abend bei den katholischen Geistlichen Ryzard Kinder und Dr. Joachim Kobienia, wo weitere Pakete für Bedürftige abgegeben wurden, rundeten den dreitägigen Aufenthalt ab.

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