Pfarrgarten tritt aus dem Schattendasein
Bild: Schulte-Nölle
Trostlos und leer kommt der Vorplatz der Pfarrkirche St. Margareta daher. Das Areal soll durch Hochbeete und eine Baumreihe aufgewertet werden.
Bild: Schulte-Nölle

Im Bauausschuss stellte der heimische Landschaftsarchitekt Matthias Wolf am Dienstag die aktuellen Planungen für das Filetstück im Herzen Neuenkirchens vor. Schnell wurde dabei klar: Im Vergleich zu den ersten Entwürfen, die Wolf dem Gremium im Mai präsentiert hatte, haben sich einige Änderungen ergeben. So ist insbesondere das Vorhaben von Kirchengemeinde und Volksbank, das Kolpinghaus an leicht versetzter Stelle neu zu errichten („Die Glocke“ berichtete), nicht ohne Konsequenzen geblieben.

Neues Kolpinghaus verändert Planungen

Bekanntlich wird der Ersatzbau nach Fertigstellung zu einem guten Teil in den Pfarrgarten hinein- ragen. „In diesem Bereich westlich der Gütersloher Straße steht uns entsprechend deutlich weniger Platz zur Gestaltung des Parks zur Verfügung“, erklärte Wolf. Die Immobilie beeinflusst darüber hinaus die neue Wegführung durch die grüne Lunge sowie den Verlauf des Dorfgrabens, der in diesem Areal nach dem Vorbild Stadlers Garten wieder offengelegt werden soll. Hatte Wolf bislang Pfad und Bach, vom Ehrenmal an der Gütersloher Straße kommend, zwischen der Volksbankhinterseite und dem Pfarrhaus verlegt, so werden beide jetzt parallel zu dem bestehenden Weg zwischen Ehrenmal und Pfarrkirche entlanggeführt. Der weitere Verlauf umrahmt schließlich in einem weiten Bogen die Nordseite des Gotteshauses. Als weiteren optischen Brückenschlag zu Stadlers Garten stellt sich Wolf eine ockerfarbene Wegepflasterung vor.

Um den Tunnelcharakter des Pfads im Bereich der Gedenkstätte aufzubrechen, soll dort ein Teil der Mauer weichen. An dieser Stelle finden Besucher künftig zugleich einen weiteren Eingang zum Garten vor. Dem Erdboden gleichmachen würde Wolf am liebsten auch die dort befindliche Garage der Volksbank. „Dann könnten wir bereits an dieser Stelle den Dorfgraben offenlegen. Das wäre eine erhebliche Aufwertung der Gegebenheiten“, sagte er. Entsprechende Gespräche mit dem Kreditinstitut sollen zeitnah folgen. Als weitere Neuerung präsentierte der Neuenkirchener Landschaftsarchitekt den Abriss des früheren Küsterhauses an der Ringstraße. Die Maßnahme sei nötig, um die für den Förderantrag notwendige Grünfläche trotz der Einschränkungen durch das neue Kolpinghaus vorweisen zu können, erläuterte Wolf.

Hochbeete und Baumreihe werten Kirchplatz auf

Das Umgestaltungskonzept sieht ebenfalls die Aufwertung des Platzes rund um die Pfarrkirche St. Margareta vor. Die bestehenden Flächen seien in einem schlechten Zustand, konstatierte Landschaftsarchitekt Matthias Wolf in der Sitzung. Insbesondere bemängelte er eine zu starke Versiegelung, so dass Regenwasser nur schlecht abfließen könne. Um das Areal aufzuwerten, schlug er dem Bauausschuss vor, einen Teil der mitunter ohnehin kranken und daher abgängigen Begrünung zu entfernen und entlang der Langen Straße eine neue Baumreihe aus Linden zu pflanzen. Stehen sollen die Riesen leicht erhöht auf einer Art Rasenplateau. Darüber hinaus sehen die Planungen des Neuenkircheners Hochbeete mit niedriger Bepflanzung und einer mit robusten Sitzauflagen ausgestatteten Einfassung vor. Auf der Ostseite des Kirchvorplatzes, wo das ehemalige Haus Körkemeier steht, veranschlagt Wolfs Entwurf nach dem Abriss der Immobilie einen Parkplatz. Hinter einer Mauer sollen die Stellflächen optisch versteckt werden. Vor der Mauer könnte wiederum eine Grünfläche mit Platz für eine weitere Linde das Areal auflockern. Auch auf der Rückseite der Kirche soll es gemütlicher werden. Gelingen soll dies unter anderem mit einem weiteren Hochbeet.

Grundlage der Planungen ist das Integrierte Handlungskonzept für Neuenkirchen. Die Stadt veranschlagt für die Umgestaltung von Pastors Garten und Kirchplatz St. Margareta Kosten in Höhe von 1,17 Millionen Euro. Seit Juni liegt der Kommune ein Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung Detmold in Höhe von 818 000 Euro vor. Im Spätsommer soll mit den Arbeiten begonnen werden.

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