Philharmoniker entzünden Feuerwerk
Bild: Vredenburg
Hörgenuss: Unter dem Dirigat von Markus Hubert entfaltete die Nordwestdeutsche Philharmonie im Rahmen des Neujahrskonzerts der Stadt in der Rietberger Cultura einen opulenten Klangteppich.
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Die musikalische Speisekarte, gespickt mit Gourmethäppchen aus Oper, Operette, Musical und Film, lieferte dafür eine ebenso exquisite wie wohlbekömmliche Grundlage. „2020 ist ein besonderes Jahr: Es sind Kommunalwahlen“, stellte Bürgermeister Andreas Sunder beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt heraus und betonte: „Ich bin froh und glücklich, dass wir es in Rietberg nicht mit extremen Parteien wie der AFD zu tun haben.“

Sopranistin Leonor Amaral zeigt sich wandelbar

Zwischen CDU, FWG, SPD, Grünen und FDP flögen zwar auch schon einmal die Fetzen. In der Regel werde zwischen diesen Parteien, „die sich nicht von alternativen Fakten, Populisten und extremen Strömen beeinflussen lassen“, aber ein anständiger sowie fairer Umgang gepflegt. Sunder rief dazu auf, wählen zu gehen. Denn: „Demokratie ist nicht selbstverständlich.“

Unter dem Titel „Crazy Girl“ – virtuos verkörpert von der in Lissabon geborenen Sopranistin Leonor Amaral, die 2016 ihr Konzertexamen an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf mit Auszeichnung absolviert hat – entzündete die meisterhaft agierende Nordwestdeutsche Philharmonie in der seit Wochen ausverkauften Cultura mit der Arie „Ja, das Temp’rament“ aus der Operette „Maske in Blau“ von Fred Raymond ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse.

„Für mich ist das heute fast ein Heimspiel, denn ich bin zum dritten Mal zusammen mit den Philharmonikern zu Gast in Rietberg“, freute sich Markus Huber, der gut gelaunt und mit leichter Hand durch das Programm führte. Im Anschluss an die Maskenball-Quadrille op. 272 von Johann Strauss gab Amaral schwungvoll das „Crazy Girl“ in der Arie „Saper vorreste“ aus Giuseppe Verdis Oper „Der Maskenball“.

Publikum spendet stehende Ovationen

Wandlungsfähig präsentierte sich die junge Sopranistin Leonor Amaral auch in einem Potpourri der schönsten Musicalmelodien aus „My fair Lady“ und „Mary Poppins“ von Richard M. sowie Robert B. Sherman, gefolgt von der Polka „Plappermäulchen“, die Johann Strauß seiner zehnjährigen Tochter Karoline Anna gewidmet hat, dem Gershwin-Titel „I got Rhythm“ aus dem Bühnenstück „Girl Crazy“ und dem Klassiker „Life ist a Cabaret“ aus dem Filmmusical „Cabaret“ mit Liza Minnelli.

Nachdem die Philharmoniker mit einem Marsch aus dem Zeichentrickfilm „Babes in Toyland“ und dem „Tango Jalousie“ von Jacob Gade spritzig die musikalischen Sektkorken hatten knallen lassen, bekam das am Ende stehend applaudierende Publikum mit „The Girl in 14g“, „Princess Leia’s Theme“ und dem „Imperial March“ aus „Star Wars“ weitere erlesene Leckerbissen verabreicht. „Es sind die schönsten Melodien, die je für einen Film komponiert wurden“, befand Markus Huber, bevor er zum krönenden Abschluss des Neujahrskonzerts in der Rietberger Cultura den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss servierte.

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