Provisorium soll zur Dauerlösung werden
Bild: Sudbrock
Der zur Westerwieher Straße gelegene Teil der Schotterfläche gegenüber dem E-Center soll dauerhaft zu einem Mitarbeiterparkplatz für 80 Fahrzeuge umgebaut werden.
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Den Stein ins Rollen gebracht hat Anfang August ein Antrag des Eigentümers der Fläche. Auf dem zur Westerwieher Straße liegenden Teil des Areals soll demnach ein Mitarbeiterparkplatz mit etwa 80 Stellplätzen für die Beschäftigten des E-Centers entstehen. Rüdiger Ropinski von der kommunalen Abteilung Räumliche Planung und Entwicklung erläuterte in der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses, dass die Stellfläche auf einem etwa 40 bis 50 Meter breiten Streifen entlang der Westerwieher Straße angelegt werden soll. Der hintere und der sich östlich anschließende Grundstücksteil soll hingegen als Mischgebiet ausgewiesen werden, „um den in diesem Bereich ebenfalls bestehenden Bauabsichten Rechnung zu tragen“. Mit Blick auf den geplanten Mitarbeiterparkplatz sprach Bürgermeister Andreas Sunder von „berechtigten Wünschen des Antragstellers“.

Änderung des Flächennutzungsplans

Machbar ist die geforderte Umwidmung der Fläche aber nur durch eine Änderung des Bebauungsplans. Denn dieser weist das betreffende Areal aktuell noch als Wohngebiet aus, in dem die Errichtung einer Stellplatzanlage für die Mitarbeiter eines großflächigen Einzelhandelsbetriebs wie dem E-Center nicht zulässig wäre. Durch die Änderung in eine gemischte Bau- beziehungsweise eine Sonderbaufläche würde der Weg für das Vorhaben des Eigentümers frei gemacht.

Dass durch die Umwidmung die Chance auf Schaffung von innerstädtischem Wohnraum vertan wird, trieb FWG-Fraktionschef Jürgen Don um. „Können wir uns das in Zeiten knapper Baugrundstücke für Familien leisten?“, wollte er wissen.

Muhle: „Heikel ist das schon“

Auch Gerd Muhle (SPD) sah die beantragte Umwidmung kritisch. Mit Widerstand der Anwohner sei zu rechnen. „Denn es ist schon ein Unterschied, ob man neben einer Wohnsiedlung lebt oder neben einem Parkplatz für 80 Autos.“ Abgesehen von den Wünschen des Eigentümers der Schotterfläche gelte es auch, die berechtigten Interessen der Anlieger zu berücksichtigen. „Heikel ist das schon“, sagte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Ratsfraktion und betonte: „Wir müssen uns ernsthaft fragen, wie wir uns verhalten, wenn die Beschwerden aus Reihen der Anrainer im Rathaus eintreffen.“

Talarico weist FWG-Kritik zurück

CDU-Fraktionschef Marco Talarico gab zu bedenken, dass die in Rede stehende Fläche bereits seit der Landesgartenschau (LGS) vor zehn Jahren als Parkplatz genutzt wurde. Deshalb sei es nur verständlich, dass der Eigentümer nach den Jahren des Provisoriums nun eine dauerhafte planungsrechtliche Ordnung des Areals anstrebe. Das Argument von Jürgen Don, wonach die geplante Umwidmung den Druck auf den Wohnungsmarkt erhöhe, wollte Talarico so nicht stehen lassen. Richtig sei zwar, dass der vordere Teil der Fläche an der Westerwieher Straße dauerhaft zu einem Mitarbeiterparkplatz werden solle. Im Gegenzug könne aber der hintere Teil des zurzeit gänzlich unbebauten Areals für Wohn- oder Gewerbezwecke genutzt werden.

Die endgültige Entscheidung über den Antrag des Eigentümers der Fläche trifft der Stadtrat voraussichtlich in seiner Sitzung am Donnerstag.

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