Rat bewilligt Finanzhilfe für „Kulturig“
Bild: Grujic
Die laufenden Belastungen sind dem Verein „Kulturig“ in den vergangenen Jahren über den Kopf gewachsen. Weil die Stadt dem Verein nach der Wirtschaftskrise 2009 immer mehr Ausgaben aufs Auge gedrückt hat, blieb zuletzt kaum noch Geld für die eigentliche Aufgabe von „Kulturig“ – nämlich die Planung und Durchführung des Kulturprogramms in den städtischen Spielstätten wie der Cultura.
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Die Ratsentscheidung bedeutet für „Kulturig“ jährliche Minderausgaben von fast 30.000 Euro. Dickster Brocken ist der Verzicht der Stadtverwaltung auf die pauschale Sachkostenerstattung in Höhe von 15.000 Euro. So viel Geld musste der Verein bislang für Telefon- und Portokosten sowie die Nutzung der Büroräume pro Jahr an die Kommune überweisen.

Stadt tilgt künftig die Darlehnszinsen

Auch die jährlichen Zinsen für das Darlehen, das für Umbau- und Renovierungsarbeiten im Cultura-Rundtheater aufgenommen werden musste, braucht „Kulturig“ ab sofort nicht mehr zu bezahlen. Im laufenden Jahr verzichtet die Sparkasse Rietberg auf die Zinsen, ab 2014 trägt die Stadt die jährliche Belastung von 9500 Euro. Weitere 5000 Euro kann „Kulturig“ einsparen, wenn die Gartenschaupark-GmbH wie vom Rat vorgeschlagen auf die Erstattung der Hausmeisterkosten für die Cultura verzichtet.

Regelung gilt zunächst zwei Jahre

Die Regelung gilt zunächst für zwei Jahre. Damit hat der Verein insbesondere bei der Zusammenstellung des Kulturprogramms für die Spielzeit 2014/15, die im August kommenden Jahres beginnt, finanzielle Planungssicherheit. „Künstler können weiterhin frühzeitig verpflichtet werden, was in Hinblick auf ein ausgewogenes Programm auch unbedingt erforderlich ist“, erläuterte Bürgermeister Andreas Sunder in der Stadtratssitzung.

„Fruchtbare Zusammenarbeit fortsetzen“

Sunder freute sich, dass die neuerliche Finanzspritze von allen Fraktionen mitgetragen wird, denn: „Ein Scheitern der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Verein ist nicht wünschenswert. Durch den ehrenamtlichen Einsatz der ,Kulturig‘-Mitglieder bei der Planung und Durchführung von Konzerten, Theatervorführungen und anderen Veranstaltungen lässt sich eine Menge Geld einsparen.“

„Nullsummenspiel“

Genauso sah es Werner Bohnenkamp (FWG). Ein „Nullsummenspiel“ wäre es seiner Ansicht nach, wenn die Stadt den geforderten Zuschuss verweigere. „Denn diese Ausgaben müssten wir so oder so tragen.“ Verprelle die Stadt jedoch die freiwilligen „Kulturig“-Helfer, kämen erhebliche Mehrkosten für die Kommune obendrauf. Detlev Hanemann (CDU) pflichtete ihm bei: „Ohne ,Kulturig‘ wäre die Stadt ärmer.“

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