Rewe muss Leuchtreklame ausknipsen
Bild: Vredenburg
Zu hell: Weil Anwohner sich geblendet fühlen, muss die Leuchtreklame des im Sommer 2013 eröffnete Rewe-Markts an der Detmolder Straße auch nach Einbruch der Dunkelheit aus bleiben.
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Das hat zur Folge, dass so mancher Kunde, der nach Einbruch der Dunkelheit in dem Markt an der Detmolder Straße einkaufen will, gleich im Kreisverkehr wieder abdreht, weil er glaubt, das Geschäft habe bereits geschlossen. „Die ausgeschaltete Leuchtreklame erweckt diesen Eindruck“, weiß Marktleiter Jürgen Bortscheck. Tatsächlich habe man aber bis 21.30 Uhr geöffnet.

„Die Leuchtreklame ist zu hell und entspricht nicht dem, was vorher vereinbart wurde. Daher muss sie nach 22 Uhr abgeschaltet werden“, erklärt Stadtsprecherin Nina Tiemann auf Nachfrage der „Glocke“. Bortscheck widerspricht: „Wir dürfen die Schilder grundsätzlich nicht einschalten. Die Auflage ist nicht an bestimmte Uhrzeiten geknüpft“.

Aus seiner Sicht ist der ganze Vorgang kurios. Bereits in der Eröffnungsphase des Markts im Sommer 2013 habe die Stadt das Anschalten der Leuchtschilder untersagt, weil Anwohner sich durch das Licht geblendet gefühlt hätten. Aus dem Rathaus heißt es dazu, dass schon bei der Planung des Rewe-Markts Richtwerte für Lärm, Licht und Emission festgelegt wurden. Nach Beschwerden sei die städtische Bauaufsicht tätig geworden und habe festgestellt, dass Grenzen überschritten worden seien.

Versuche der Nachbesserung und Reaktivierung der Illumination scheiterten. „Im Herbst war das Licht mal acht Wochen an“, sagt Bortscheck. Aus diesem Grund beschäftigt sich inzwischen die Rewe-Rechtsabteilung mit dem Fall, der noch weiter reicht. Denn Anwohner fordern darüber hinaus, den Parkplatz des Markts nach 22 Uhr abzusperren und keine Anlieferungen mehr anzunehmen.

„Grundsätzlich haben wir die Anlieferungen bis dahin durch. Es kommt vielleicht alle zwei Wochen einmal vor, dass ein Lastwagen irgendwo im Stau gestanden hat und erst später hier eintrifft“, beteuert Bortscheck. Natürlich müsse der abgefertigt werden, denn „der nimmt die Ware nicht wieder mit“. Seit fast 30 Jahren sei er an diversen Standorten und für verschiedene Unternehmen im Handel tätig, „aber das, was ich hier erlebe, ist teilweise nicht nachvollziehbar“. Insbesondere deshalb nicht, weil der benachbarte Elli-Markt von ähnlichen Auflagen verschont bleibe. „Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“

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