Riesenstimmung mit kölschen Jungs
Bild: Vredenburg
Superstimmung: Rund 750 begeisterte Fans erleben im Rundtheater ein Konzert der Spitzenklasse.
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Lange nicht mehr hatte sich die aufgekochte Stimmung im Rundtheater derart nah am Siedepunkt bewegt. Das feierwillige Partyvolk sang, schunkelte, klatschte und tanzte begeistert mit. Die sieben zwar ergrauten, nach wie vor aber jungenhaft wirkenden Musiker waren auf Einladung des Vereins „Kulturig“ und der Rietberger Grafschaftler vom Rhein an die Ems gekommen. Narrenchef Robert Junkerkalefeld gab unumwunden zu, „dass ich in den elf Jahren als Sitzungspräsident immer schon davon geträumt habe, diese Gruppe ankündigen zu dürfen“. Immerhin sei es den Karnevalisten gelungen, bereits Brings, BAP, die Höhner und die Isartaler Hexen, „quasi als Vorgruppen der Originale“, nach Rietberg zu holen.

Die allerdings traten nicht komplett an. Erry Stoklosa fehlte. „Der ist krank und liegt mit Angina – das ist bei uns alles zwischen Nasenflügel und kleinem Zeh – im Bett“, verriet „Bömmel“ Lückerath. Wohl nicht ganz zufällig war an dieser Stelle das kölsche Heimatlied „Unser Stammbaum“ platziert – im vergangenen Jahr geadelt als Hymne der großen Kölner Kundgebung „Arsch huh“. Selbstverständlich auch im Gepäck befanden sich Partykracher wie „Dat Wasser vun Kölle“, „Drink doch ene met“, „En unserem Veedel“ oder „Mer Losse D’r Dom En Kölle“.

Nach ersten eigenen Eindrücken wussten die sympathischen „Kölsche Jung“ jedoch in einer Charme-Offensive zu verkünden, „dass Rietberg sich hinter dem viel besungenen, ach so schönen Köln wahrlich nicht verstecken muss“. Mit dem Bekenntnis, er habe zu Beginn des Jahres gehofft, künftig in der Toskana leben zu dürfen und sich eigens für diesen Zweck bereits rote Schuhe gekauft, sich dann aber reumütig auf seinen eigentlichen Wunsch, „Ich wör ‘su jän ens Weihbischof“ besonnen, eroberte Kafi Biermann die Publikumsherzen im Sturm.

Als dann auch noch der amtierende Karnevalsprinz Michael III. Isenborth auf der Bühne erschien und  das Mikrofon ergriff – auch er liebäugelt seit der vergangenen Karnevalssession mit dem Amt des Weihbischofs – war das närrische Partyvolk kaum noch zu halten. Eine Erklärung für den langjährigen Erfolg lieferte die Kultband gleich selbst: „Wir versuchen, auch im Alter bekloppt zu bleiben, das macht das Alter etwas erträglicher.“ Recht so.

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