Rietberger Modell für Varensell denkbar
Eine Radfahrerin ist auf dem Bürgersteig längs der Hauptstraße unterwegs. „Mir ist bange, die Fahrbahn zu benutzen“, sagt sie. „Die Gehwege sollten für alle Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein.“

Die Mehrheit der Besucher plädierte für ein generelles Fahren der Radler auf den Bürgersteigen. Letzteres ist auch in Varensell nach den Bestimmungen des Straßenverkehrsrechts für Erwachsene verboten, für Kinder indessen erlaubt.

Leere Kassen erschweren Planungen

Die Hauptstraße ist eine Landstraße, ein Radweg wäre im Klosterdorf angesichts des starken Durchgangsverkehrs aber notwendig. Bürgermeister Kuper wies darauf hin, dass die optimale Lösung voraussehbar nur ein Wunschtraum sei. Das Land Nordrhein-Westfalen lasse, wenn ein Radweg von drei Metern Breite auf jeder Straßenseite beantragt würde, aufgrund leerer Kassen zwischen 15 und 20 Jahre verstreichen, bis es zum Bau käme.

Land zahlt nur zwei Radwege im Jahr

Pro Jahr würden in Ostwestfalen-Lippe lediglich zwei Radwegprojekte realisiert, ergänzte der in der Versammlung ebenfalls anwesende CDU-Kreistagsabgeordnete Bernhard Altehülshorst.

Angesichts dieser Situation sei zu prüfen, ob das Rietberger Modell „Westerwieher Straße“ auf Varensell übertragen werden könne, sagte Kuper. Auf der Westerwieher Straße halten sich die Radler an Fahrbahnmarkierungen. Eine Fußgängerampel in Höhe des „Elli-Markts“ oder ein Zebrastreifen über die Hauptstraße seien nur denkbar, wenn Orientierungszahlen vorlägen. Seiner Meinung nach, erklärte Kuper den Zuhörern, müssten mindestens 50 Fußgänger einen Zebrastreifen, 75 Fußgänger eine Fußgängerampel pro Stunde benutzen, um diese Einrichtungen zu rechtfertigen.

Verkehrsrechtlich gesicherte Lösung angestrebt

Einig waren sich die Versammlungsteilnehmer darüber, dass heute bereits der überwiegende Teil erwachsener und jugendlicher Radfahrer auf den beidseitigen Gehwegen unterwegs ist. Nur eine Minderheit nutze angesichts der Verkehrssituation die Fahrbahn. Angesichts dieser Erfahrungswerte sei die Freigabe der Gehwege – abgesenkte Bordsteine sind eine Voraussetzung – die logischere Lösung, hieß es.

Die Stadt Rietberg werde sich dem Anliegen der Varenseller Bürger nicht verschließen, sondern eine verkehrsrechtlich gesicherte Lösung anstreben, versprach Kuper.

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