Rietberger feiern „ihre“ Frau Höpker
Bild: Eickhoff
Bei ihrem ersten Konzert unter freiem Himmel in Rietberg versetzte Katrin Höpker ihr Publikum in Sangeslaune. Die Texte wurden auf einer Leinwand angezeigt. Fast 1000 Musikbegeisterte nahmen an dem etwas anderen Musikunterricht in der Volksbank-Arena teil.  Bilder: Eickhoff
Bild: Eickhoff

„Wer schunkelt, haut nicht“, ist die von Höpker genutzte, etwas modernere Variante dessen, was einst Johann Gottfried Seume in seinem Lied ausdrückte. Und das klappte wie bei den vergangenen sieben Auftritten in der Cultura auch unter freien Himmel. Mit knapp 200 Liedern im Gepäck hatte sich die inzwischen in Köln lebende Profimusikerin nach Rietberg aufgemacht.

Spickzettel als Gedächtnisstütze

Das Programm hatte die Domstädterin vorab auf einem kleinen Stück Papier grob skizziert. Der Zettel, ebenso groß wie jene, die man als Schüler bei Klassenarbeiten unter das Etui schieben konnte, diente aber wohl eher der Beruhigung aller Beteiligten, denn: „Ich lasse mich von der Stimmung im Publikum leiten, reagiere spontan“, gab die Künstlerin wenige Minuten vor ihrem Auftritt im Gespräch mit der „Glocke“ zu.

„Über den Wolken“

„Über den Wolken“ war als erstes Lied gesetzt, wohl auch, um die große, mitsingende Gemeinde ein wenig in den Schwebezustand zu versetzen.  Wenige Minuten später fühlten sich die Konzertbesucher 30 Jahre jünger, sahen sie doch vor ihrem geistigen Auge Dieter-Thomas Heck „Babicka“ ansagen.

Texte auf der Leinwand

Höpkers Schüler sangen dank einer Leinwand, auf der der Text nachzulesen war, kräftig mit. Auch der Langenberger Martin Wachter mischte mit. Er lebt seinen Hang zur Musik sonst nur in der Kirche aus. Der Presbyteriumsvorsitzende der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück hat früher im Kirchenchor gesungen. Ehefrau Andrea und ihre Freundin Silke Schulte hingegen haben sich mit ihren Sangeskünsten bislang nicht in die Öffentlichkeit getraut. Sie bevorzugten das heimische Badezimmer, gaben sie zu.

Viele „Wiederholungstäter“

 „Singen macht glücklich“, befand Besucherin Stephanie Erichlandwehr aus Kaunitz in der Pause des Konzerts. Heike Backes pflichtete ihr nach einer Stunde kräftigen Mitsingens bei: „Alles ganz super!“ Mit sechs weiteren Freundinnen, darunter drei „Wiederholungstäterinnen“, machten sie sich einen klangvollen Abend. Heike Backes freut sich schon auf den November: „Dann fahre ich mit meiner Mutter zu Frau Höpker.“

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