Schimpansen nach Wales ausgeflogen
Bild: Wille
Der Tierpark Nadermann hat sich von seinen beiden Schimpansen getrennt.
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Der Abschied sei nicht leicht gefallen, sagt Parkchef Reinhold Nadermann: Man habe die beiden Affen 27 Jahre lang gehalten und eine besondere Beziehung zu ihnen aufgebaut. Im „Wales Ape and Monkey Sanctuary“ treffen Kaspar (32) und Uschi (34) auf zahlreiche Artgenossen und ein Umfeld, das ihnen viele Freiheiten lässt.

Bereits am Dienstag war das Geschwisterpaar für den Transport auf die Insel narkotisiert worden. „Auf den ersten Bildern sahen sie nach ihrer Ankunft deshalb noch etwas schläfrig aus“, erläuterte Reinhold Nadermann, der eigenen Angaben zufolge in engem Kontakt mit den dortigen Betreibern steht, am Donnerstag im Gespräch mit der „Glocke“. Für das Frühjahr plane man einen Besuch in Wales.

Seit 2002 habe man sich aus tierschutzrechtlichen Gründen um ein neues Heim für die beiden Primaten bemüht, betont Reinhold Nadermann. Letztlich sei es immer daran gescheitert, dass ihm keiner der Parks oder Zoos habe garantieren können, dass die Schimpansen zusammenbleiben. Zuletzt hatte die Delbrücker Institution für Schlagzeilen gesorgt, als bekanntgeworden war, dass ein Export nach China geplant wurde.

Die Tierschutzorganisationen animal public, Great Ape Project, PETA und Pro Wildlife gaben sich am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung erleichtert: In der walisischen Auffangstation dürften Uschi und Kaspar von nun an „ein schimpansengerechtes Leben fernab jeder Zurschaustellung in einem Zoo führen“.

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