Schülerticket steigert die Mobilität
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Prinzipiell aufgeschlossen ist der Rietberger Schul- und Sozialausschuss für die Einführung des von der SPD-Fraktion beantragten Schülertickets, das für alle Busse und Bahnen im Kreis gelten soll.
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Ähnliche Bestrebungen gibt es mittlerweile auch in anderen Kommunen des Kreises Gütersloh, beispielsweise in Harsewinkel. Inzwischen rührt auch der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) für das Projekt die Werbetrommel. In der Ausschusssitzung stellte Stefan Honerkamp als Vertreter des kommunalen Zweckverbands die Vorzüge des Schülertickets vor.

Für voraussichtlich neun Euro pro Monat sollen Kinder und Jugendliche alle Nahverkehrsverbindungen im Kreis Gütersloh an allen Tagen des Jahres nutzen können. Familien mit mehreren Kindern können zusätzlich sparen: Für das zweite Kind würden nach diesem Rechenmodell nur noch fünf Euro monatlich fällig, ab dem dritten Kind gebe es das Schülerticket sogar kostenlos.

Finanzierbar sei die kreisweite Einführung des Sondertickets aber nur, wenn es als Abonnement vermarktet werden könne und wenn die Abnahme verpflichtend sei. Honerkamp: „Richtig viel Geld wird an dem Schülerticket ohnehin niemand verdienen.“ Dazu seien die Margen einfach zu gering. Nicht vergessen werden dürfe, dass in bestimmten Bereichen zusätzliche Linien eingeführt werden müssten, was zusätzliche Kosten verursache.

In Rietberg kämen nach Mitteilung der Stadtverwaltung vor allem Kinder aus Varensell, Neuenkirchen, Bokel und Mastholte in den Genuss des Tickets. Jungen und Mädchen aus diesen Ortsteilen, die eine weiterführende Schule besuchen, gelangen auch bisher schon mit den Bussen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) morgens zum Unterricht und am Nachmittag wieder nach Hause. Die Kommune zahlt ihnen das dafür erforderliche Schulwegticket, das 51,70 Euro pro Monat kostet. Für einen Eigenanteil von neun beziehungsweise fünf Euro im Monat könnten die Kinder und Jugendlichen auch alle anderen Nahverkehrsverbindungen im Kreisgebiet nutzen, so der Plan.

Für Druffel und Westerwiehe hat die Stadt spezielle Schulbusse eingerichtet. Die Schüler aus diesen Ortsteilen hätten, die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis das sogenannte Funticket Regio zu erwerben, das wochentags erst ab 14 Uhr gilt und 15 Euro im Monat kostet.

Das Funticket sei auch eine Alternative für alle Kinder und Jugendlichen, die keinen Anspruch auf Fahrtkostenerstattung oder Beförderung haben, weil sie vergleichsweise nah an der jeweiligen Schule wohnen, die sie besuchen, erläuterte Stefan Honerkamp in der Sitzung.

Walter Schrewe (SPD) begrüßte das vorgestellte Konzept, bemängelte aber, dass Lippstadt und Bielefeld nach jetzigem Stand nicht mit dem Schüler- beziehungsweise Funticket erreichbar seien. „Beide Städte sind aber wichtige Zentren für unsere Jugendlichen.“ Werner Bohnenkamp (FWG) sah im Schülerticket eine „ideale Chance, junge Leute an den ÖPNV herzuführen und ihnen gleichzeitig ein Höchstmaß an Mobilität zu ermöglichen“. Zustimmung signalisierte auch Marco Talarico (CDU). Er betonte aber auch, dass die Einführung des Tickets nur dann Sinn mache, wenn möglichst viele Familien mitziehen und ein entsprechendes Abo abschließen würden.

VVOWL-Vertreter Stefan Honerkamp versprach, dass in die weiteren Überlegungen Lippstadt und Bielefeld einbezogen werden. Mit Blick auf die Teutostadt müsse man über eine aufpreispflichtige Zusatzvariante des Tickets nachdenken, sagte er.

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