Schützen erneuern Friedhofswege
Auf dem Podest, das die Westerwieher Seniorenschützen auf dem Rasengräberfeld angelegt haben, soll demnächst eine mannshohe Engelsstatue ihren Platz finden. Willi Hartkamp, Werner Isenbort, Norbert Kröger, Günter Pepping, Arnold Steinberg und Karl Weifen (v.l.) bilden den festen Kern der Helfertruppe. Zudem gehört Josef Schlüter zum Team.

Für die kommenden Monate haben sie sich weitere Ziele gesetzt. Willi Hartkamp und seine Mitstreiter von der Schützenbruderschaft St. Laurentius Westerwiehe sind mit ihrer Leistung mehr als zufrieden. Seit Sommer 2018 haben sie nach und nach die alten Fußwege auf dem Westerwieher Friedhof ausgebessert und zudem einige neue Verbindungen angelegt.

Trockenen Fußes zur Grabstelle gelangen

„So komfortabel wie jetzt konnten sich die Besucher noch nie auf dem Friedhof fortbewegen“, sagt Hartkamp. Auch nach längeren Regenphasen können Angehörige nun trockenen und vor allem auch sauberen Fußes die letzten Ruhestätten ihrer verstorbenen Familienmitglieder erreichen. Das war in der Vergangenheit nur bedingt der Fall. Denn holprige Bodenplatten oder sogar gänzlich fehlende Befestigungen machten das Vorankommen auf dem Gottesacker an der Berkenheide/Ecke Lipplinger Straße nicht immer einfach.

Rund zehn Schützenbrüder im Rentenalter wollten diesen Zustand nicht länger hinnehmen und haben sich deshalb vor gut einem Jahr ein Herz gefasst. Material und Maschinen wurden durch Spenden finanziert oder von heimischen Unternehmen und Einzelpersonen zur Verfügung gestellt. „Die Hilfsbereitschaft war einfach überwältigend“, sagt Hartkamp. Für ihn ist das ein deutliches Signal für den engen Zusammenhalt im Dorf. Inzwischen steht das Projekt Wegeerneuerung kurz vor dem Abschluss.

Über die Jahre haben sich Steine abgesenkt

Im Zuge der Maßnahme wurden etwa 100 laufende Meter komplett neu gepflastert. Zusätzlich wurden bestehende Verbindungen instandgesetzt. Hierzu mussten die Helfer aus dem Kreis der Westerwieher Schützenfamilie sämtliche Bodenplatten aufnehmen und anschließend wieder sauber verlegen. Über die Jahrzehnte hatten sich die Steine stellenweise gesenkt beziehungsweise angehoben, so dass unebene Gehflächen entstanden waren. Im Bereich der Urnengräber unweit des Friedhofseingangs haben die Laurentiusschützen zusätzliche Querverbindungen aus einer wassergebundenen Schotteroberfläche erstellt.

Im hinteren Teil des Gottesackers, wo sich die Rasengräber befinden, legten die ehrenamtlich Aktiven außer neuen Wegen auch ein rundes Podest an, auf dem demnächst eine mannshohe Engelsstatue ihren Platz finden soll. Die Figur hat der Westerwieher Theobald Peitzmeier gestiftet. Sie wird zurzeit restauriert.

Details mit dem Friedhofsgärtner abgesprochen

Der Dank der Schützen gilt Friedhofsgärtner Tobias Aldehoff, mit dem man alle ausgeführten Arbeiten im Detail abgesprochen habe. Das Heft des Handelns wollen die Westerwieher auf ihrem Friedhof auch künftig in der eigenen Hand behalten. Die Übernahme der Friedhofsverwaltung und -pflege durch die Stadt, wie sie zurzeit in Rietberg diskutiert wird, lehne man im Dorf daher überwiegend ab.

Auch in Neuenkirchen und Varensell, den übrigen Gemeinden des früheren Pastoralverbands Kirchspiel Neuenkirchen, rege sich Widerstand gegen entsprechende Pläne der katholischen Kirche. „Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, wäre das für uns ein harter Schlag ins Kontor“, sagt Hartkamp und verweist auf die geleistete unentgeltliche Arbeit.

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