Sparkasse Rietberg bestätigt Fusionspläne
Bild: Sudbrock
Läuten bald die Hochzeitsglocken? Die Eheringe sind jedenfalls schon griffbereit. Am Donnerstagabend hat der Verwaltungsrat der Sparkasse Rietberg in der Hauptstelle an der Bahnhofstraße über das Thema Fusion kontrovers diskutiert.
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Durch die Fusion würde das Geldinstitut der Emsstadt nach fast 140 Jahren seine Eigenständigkeit verlieren. Man handele aus einer Position der Stärke heraus und wolle frühzeitig die Weichen für die Zukunft stellen, sagte am Freitag Sparkassen-Vorstandschef Heinz Hüning. Erste Vorgespräche mit der Sparkasse Gütersloh seien „ausgesprochen positiv“ verlaufen.

Nachdem der Verwaltungsrat dem Vorstand den Auftrag erteilt hat, Fusionsverhandlungen anzuberaumen, ist nun das Kreditinstitut aus der Kreisstadt am Zug. Der Verwaltungsrat der Sparkasse Gütersloh wird in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 3. Mai, über die Aufnahme von Gesprächen entscheiden. Aber das dürfte nur noch reine Formsache sein.

Gerüchte kursieren seit Wochen

Über die „Ehe“ der Sparkasse Rietberg mit einem stärkeren Partner aus der Region war bereits häufiger spekuliert worden. Branchenkenner gehen schon seit Längerem davon aus, dass die Zeit von fünf eigenständigen Sparkassen im Kreis Gütersloh im Licht des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und der damit verbundenen wegbrechenden Gewinne bald vorbei sein könnte. In den vorigen Wochen verdichteten sich die Gerüchte über die Fusionsabsichten der Sparkasse.

Vorstoß kommt überraschend

Dennoch kam der Vorstoß, mit dem sich am Donnerstag der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Andreas Sunder beschäftigt hat, überraschend. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2015 Mitte März war ein mögliches Zusammengehen mit Gütersloh kein Thema. Noch 2014 hatten Vorstandschef Heinz Hüning und sein Stellvertreter Frank Ehlebracht eine Fusion sogar ausgeschlossen, weil man sich auch im schwieriger werdenden Marktumfeld gut allein behaupten könne.

Ungleiche Partner

Durch den geplanten Zusammenschluss entsteht ein neuer „roter Riese“ in der Finanzwelt des Kreises: Gemeinsam bringen es beide Häuser auf eine Bilanzsumme von 2,3 Milliarden Euro und 502 Mitarbeiter. Mithalten kann da nur die Kreissparkasse Wiedenbrück, die mit 351 Beschäftigten im zurückliegenden Jahr eine Bilanzsumme in gleicher Höhe erzielt hat. Weitere selbstständige Sparkassen gibt es in Halle und Versmold.

Die Bankenehe zwischen Rietberg und Gütersloh ist eine Fusion ungleich großer Partner. Die Sparkasse Rietberg ist mit einer Bilanzsumme von zuletzt 419 Millionen Euro fast viermal kleiner als das Institut aus der Kreisstadt.

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