Sporthalle wird zur Notunterkunft
Bild: Junker
Die Stadt Rietberg verfügt über keinen Wohnraum mehr, um die Flüchtlinge angemessen unterzubringen. In der Sporthalle der Grundschule in Westerwiehe wird derzeit eine Unterkunft eingerichtet. Das Bild zeigt (v. l.) Wilfried Dörhoff, Ingmar Schmidt, Dieter Nowak und Andreas Sunder.
Bild: Junker

54 Bewohner sollen dort Platz finden.„Wir befinden uns in einer Notsituation“, betonte gestern Bürgermeister Andreas Sunder bei einem Pressegespräch. Stadtrat, Ortsvorsteher sowie Schulleitung und Eltern sind bereits informiert worden.

Die Verwaltung habe mehrere Objekte in Betracht gezogen und sich schließlich aufgrund der infrastrukturellen Voraussetzungen für den Standort Westerwiehe entschieden. Es sei für alle Beteiligten keine glückliche Situation. Die Verwaltung hätte die Flüchtlinge lieber in Wohnungen untergebracht. „Aber wir haben keine Kapazitäten mehr“, sagte Sunder. Die Stadt bräuchte dringend Wohnraum. Der Markt gebe aber keine Wohnungen und Häuser zur Miete oder zum Kauf mehr her.

Die Arbeiten in der Sporthalle laufen auf Hochtouren. Handwerker verlegen Kabel, installieren Steckdosen. Der Boden wurde mit einer Folie und Holzplatten abgedeckt. Um den Hallenboden nicht zu beschädigen, werden sie nicht verschraubt. In den nächsten Tagen werden die Feldbetten aufgestellt. Ferner werden neue Armaturen in den Umkleideräumen installiert. Zehn Duschen, fünf Sanitäranlagen und eine Waschmaschine stehen den 54 Flüchtlingen zur Verfügung.

Mit blickdichter Folie bezogene Baustellenzäune, die zwischen den Betten aufgestellt werden, sollen die Schutzsuchenden nach Geschlechtern getrennt und so zumindest ein wenig Privatsphäre gewährleistet werden. Spätestens Anfang nächster Woche sollen die ersten Flüchtlinge in der Turnhalle untergebracht werden. Die Verpflegung soll durch einen Catering-Service in einem Zelt vor der Turnhalle, das gleichzeitig als Aufenthaltsort dienen soll, erfolgen. Wer die Verpflegung übernimmt, ist noch nicht geklärt. Außerdem soll ein Ordnungsdienst eingerichtet werden. Wie viel Personal dafür benötigt werde, könne noch nicht beziffert werden.

In der Grundschule wird ein Klassenzimmer zum Bewegungsraum für die Grundschüler umfunktioniert. Weiterer Schulsport werde wahrscheinlich in Neuenkirchen stattfinden. Dafür organisiere die Stadt einen Bustransfer. Der SV Germania Westerwiehe hat die Halle bereits geräumt und sucht derzeit nach einem alternativen Trainingsort.

SOCIAL BOOKMARKS