Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht
Bild: Sudbrock
Trauer Ausdruck verliehen: Dort, wo der 46-jährige Paderborner am Abend des 9. Juli während eines Polizeieinsatzes starb, haben Angehörige Blumen und Kerzen aufgestellt. Im Bereich der Bushaltestelle an der Schillerstraße war der Mann wenige Stunden vor seinem Tod mit seinem Wagen gestrandet.
Bild: Sudbrock

Die Juristin bestätigte, dass sich die Ermittlungen auch gegen mehrere Polizisten richten, die an dem Einsatz an der Mastholter Schillerstraße am Abend des 9. Juli beteiligt waren. Zugleich betonte sie, dass man ganz am Anfang der Untersuchungen stehe. Ausschlaggebend für die Prüfung eines Anfangsverdachts sei die Strafanzeige des Hamburger Rechtsanwalts Alexander Kin gewesen, der die Hinterbliebenen des Opfers vertritt.

Hamburger Jurist vertritt Hinterbliebene

Die Familie des 46-jährigen Paderborners, der am Rand der Mastholter Siedlung mit seinem Auto liegen geblieben war und dann randaliert haben soll, zweifelt das Ergebnis der durchgeführten Obduktion an.

Mit der Erklärung, dass eine innere Ursache zum Tod des Familienvaters Pawel Iljenko geführt hat, will sich insbesondere dessen Bruder Oleg nicht zufrieden geben. Er macht vielmehr das seiner Auffassung nach „unverhältnismäßig massive Eingreifen“ der Polizei für das plötzliche Ableben des ehemaligen Salzkottener Bauhofmitarbeiters verantwortlich. Anwohner hätten ihm gegenüber berichtet, dass Ordnungshüter gegen den Kopf seines Bruders getreten hätten.

Kommissaranwärter weiterhin im Dienst

Zumindest zwei der am Einsatz beteiligten Polizisten sind weiterhin im Dienst. Dabei handelt es sich um Kommissaranwärter, für die das Polizeipräsidium Bielefeld die zuständige Ausbildungsbehörde ist. „Nach bisherigem Stand der Ermittlungen besteht kein Anlass für beamtenrechtliche Maßnahmen gegen die am Einsatz beteiligten Kommissaranwärter. Diese setzen derzeit ihre Ausbildung fort“, sagte die Bielefelder Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Spätestens nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen erfolge aber eine erneute Prüfung des Sachverhalts.

Ob drei Beamte der Polizeiwache Rheda-Wiedenbrück, die in Mastholte ebenfalls vor Ort waren, weiterhin ihren Dienst versehen dürfen, ist unklar. Man äußere sich grundsätzlich nicht zu personellen Details in laufenden Verfahren, sagte Corinna Koptik von der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Auch die Bielefelder Behörde, die in der Untersuchung des Falls federführend ist, wiegelte ab: Zu etwaigen Maßnahmen gegen Beamte der Polizeibehörde Gütersloh könne man keine Aussagen treffen.

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