Staatskarosse trifft auf Isetta-Winzling
Bild: Inderlied
Eilige Geschäftigkeit kennt Josef Glasemacher mit seinem Gefährt nicht. Der 76-Jährige aus Bokel mag es eher gemütlich – und hat mit seiner BMW Isetta 250 das ideale Fahrzeug für sich entdeckt.
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 Eilige Geschäftigkeit kennt Josef Glasemacher mit seinem Gefährt nicht. Der 76-Jährige aus Bokel mag es gemütlich – und hat mit seiner BMW Isetta 250 das ideale Fahrzeug für sich entdeckt. „Ich bin damit regelmäßig unterwegs. Immer dann, wenn ich Lust und Zeit habe“, verrät der Rentner. Für ihn sei der schicke Zweisitzer, dessen Fahrertür nach oben aufgeklappt wird, ein Hobbyfahrzeug. Eine kleine Tücke hat Glasemacher aber im Laufe der Jahre zu umschiffen gelernt. „Man muss die Isetta rückwärts in die Garage fahren. Sonst kommt man damit nicht mehr heraus.“

An die 500 Besitzer präsentierten ihre alten Schmuckstücke. Zahlreiche Bewunderer hatten sich um den Mercedes Benz Typ 290 von Johannes Schulte aus Anröchte aus dem Baujahr 1936 gescharrt. Als Luxuswagen hat er so manch wichtige Person chauffiert. „Die Erstzulassung lief als Staatskarosse in der Ukraine“, verriet der Besitzer.

Das mit Abstand älteste Auto war ein Ford Modell T. Die Erstzulassung sei im Jahr 1923 im kanadischen Quebec erfolgt, wusste Besitzer Wilfried Braun aus Lippstadt. Die Fahrgestellnummer weist allerdings ein Baujahr von 1916 aus. „Damals wurden die Autos gekauft und gefahren, aber nicht sofort zugelassen“, erklärte Braun. Als der Kraftfahrzeugmeister den Oldtimer an der polnischen Grenze gekauft hatte, war dieser allerdings in einem desolaten Zustand. In viele Arbeitsstunden brachte er den Wagen wieder auf Vordermann.

Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Vor fünf Jahren unternahm Braun dann eine Fahrt in die Niederlande. „1100 Kilometer und kaum Probleme“, freute sich der Lippstädter. „Mal war eine Kerze defekt, mal kochte der Kühler. Aber das ist normal bei diesen Fahrzeugen.“ Viel schöner sei aber das Fahrgefühl und das Erlebnis gewesen. „Den Wagen, den ich wieder zum Leben erweckt habe, wieder heil nach Hause zu bringen, hat mich stolz gemacht“, sagte Braun. „Die Fahrt über die schönen Landstraßen war einmalig.“

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