Stadt will CO2-Ausstoß verringern
Bild: Vredenburg
Ehrgeizig: Der Klimapark Rietberg steht für das Ziel der Stadt, bis zum Jahr 2030 den kompletten Energiebedarf durch erneuerbare Energien zu decken. Im Mittelpunkt einer Studie stand jetzt die energetische Ertüchtigung von 51 kommunalen Gebäuden.
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Die Ergebnisse hat Thomas Pöhlker vom beauftragten Fachbüro in der jüngsten Bauausschusssitzung vorgestellt. Aus Standortbestimmungen und Gebäudeanalysen hat das Fachbüro insgesamt 176 Maßnahmen erarbeitet. „Werden sie alle umgesetzt, würde das etwa fünf Millionen Euro kosten und eine Kohlenstoffdioxid-Minderung von etwa 500.000 Kilogramm nach sich ziehen“, erklärte Pöhlker. Allein das Schulzentrum Neuenkirchen habe einen Wärmebedarf von 733.000 Kilowattstunden.

Auf dem Weg zur klimafreundlichen Kommune

Würde man es mit einem Biomethan-Blockheizkraftwerk und einem Holzpelletkessel versorgen, würde das etwa 320.000 Euro kosten. Im Gegenzug ließe sich eine nahezu 100-prozentige CO2-Neutralität erreichen.

Ein weiteres Beispiel: Eine Heizungserneuerung und Beleuchtungssanierung im Standesamt und der Stadtbücherei würde sich nach Berechnungen der Experten bereits nach sieben Jahren amortisieren und die CO2-Emission um 30 Prozent reduzieren.

Viele Gebäude bieten Einsparpotenzial

Ob Schul- oder Verwaltungsgebäude, Sporthallen, Gerätehäuser, Bauhof, Bürgerhäuser, Kindergärten oder Sportheime: „Wir haben auf 67.000 Quadratmetern überbauter Fläche den energetischen Zustand geprüft und uns mit der Frage beschäftigt, welches energetische Einsparpotenzial zu erwarten ist“, erklärte Pöhlker.

Aus der Schwachstellenanalyse sei ein Maßnahmenkatalog erstellt worden. 51 von 64 in Augenschein genommenen Gebäuden seien dafür energetisch bewertet worden. Die Energie- und CO2-Bilanz von 2012 weise einen Verbrauch von neun Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie, zwei Millionen Kilowattstunden Strom und 32.000 Kubikmetern Wasser auf.

Während der Strom- und Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück gegangen sei, habe es im Wärmebereich eine leichte Steigerung gegeben, führte der Fachmann aus.

Eine Million Euro Energiekosten pro Jahr

Thomas Pöhlker bezifferte die jährlichen Kosten für die Kommune auf fast eine Million Euro. Etwa die Hälfte (500.000 Euro) falle im Bereich Wärme an, 380.000 Euro werden für Strom und 50.000 Euro für Wasser fällig. Mit Blick auf die ökologischen Auswirkungen nannte Pöhlker die Zahl von 3500 Tonnen an CO2-Emissionen, die die öffentlichen Gebäude jährlich freisetzen – mit leicht fallender Tendenz.

Wenngleich bereits Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, sei das Einsparpotenzial noch immer immens. Gemessen an einer Vergleichsstudie, in der Grenz- und Zielwerte festgelegt wurden, würde der Wärmeverbrauch in den untersuchten Gebäuden um über elf Prozent überschritten. Der Stromverbrauch liege sogar um 34 Prozent höher.

Maßnahmenkatalog erarbeiten

Fachbereichsleiter Matthias Setter erklärte zum weiteren Vorgehen der Stadt: „Wir werden den Maßnahmenkatalog jetzt auswerten und nach Prüfung etwaiger Fördermittel unser Handeln abstimmen.“

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