Standort-Ärger mündet in Umsiedlung
Bild: von Stockum
Ulrich Schöpp, Geschäftsführer der Nordemann-GmbH.
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„Es war die größte Investition der Unternehmensgeschichte“, sagt Geschäftsführer Ulrich Schöpp. Mit dem Unternehmen umgezogen sind außer Schöpp auch 50 Jobs. Vor allem mit Rücksicht auf die Angestellten, die jetzt zum Teil Arbeitswege von mehr als 30 Kilometern zurücklegen müssen, habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt der Chef. Allerdings habe sich gezeigt, dass in Harsewinkel die Uhren bisweilen anders ticken: Während er in Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und auch Verl auf der Suche nach Möglichkeiten zur Erweiterung mit offenen Armen empfangen worden sei, habe man ihn in der Mähdrescherstadt hängen lassen.

Jahrelang hat Schöpp eigenen Angaben zufolge nach einer geeigneten Immobilie Ausschau gehalten. Der bisherige Standort für die 1958 gegründete Firma war zu beengt geworden, Wachstum war dort nicht möglich. Hinzu kamen schlechte Rahmenbedingungen wie ein denkbar leistungsschwaches Internet. Das Engagement in Sachen Wirtschaftsförderung in Harsewinkel sei sehr passiv gewesen, ist Schöpp heute noch sprachlos, wohingegen er zuletzt in Rietberg völlig gegenteilige Erfahrungen gemacht habe. Man habe sich bemüht, sagt der Rheinländer, und das mit Erfolg.

Dort, wo vor ziemlich genau zwei Jahren die Firma HGM-Holztreppen Insolvenz anmelden musste, produzieren Schöpps Beschäftigte jetzt vorwiegend Blockrahmen-Türsysteme für die Industrie, den Fachhandel, Verarbeiter und Objektkunden, allerdings auch Treppen sowie Möbel, wenngleich in geringerem Umfang. Auf etwa 10 000 Quadratmetern überdachter Fläche plus Außenbereich – in Harsewinkel verfügte man über 6000 Quadratmeter Produktionsstätte – wurden Arbeitsabläufe optimiert und die Rahmenbedingungen für weiteres Wachstum geschaffen. Zuvor war kräftig investiert worden: Die komplette Elektro- und Absaugtechnik hat man erneuert, zudem weitere Maschinen angeschafft und kleinere Umbauten vorgenommen. „Was den Fertigungsfluss betrifft, sind wir jetzt bestens aufgestellt“, ist Ulrich Schöpp zufrieden darüber, dass dieser „Kraftakt“ gelungen ist. Nun könne man sich daran machen, den Namen Nordemann als Marke weiter zu etablieren.

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