Sternenzelt liegt den Besuchern zu Füßen
Bild: Heukamp
„Die Liebenden“ lagen sich im Rietberger Klostergarten an den vier „Nachtlichter“-Abenden eng umschlungen oder sich küssend in den Armen. Da warf man gern einen Blick durchs „Fenster“.  
Bild: Heukamp

Ins Träumen geraten, so wie es die Macher von World of Lights zur zweiten Ausgabe der „Nachtlichter“ mit ihrem Motto ausgerufen hatten, das fiel bei einem Gang durch die Altstadt und vor allem eben auch bei einem Abstecher in den Klostergarten nicht schwer. Sei es die im Dunkeln der Nacht bunt erstrahlende Ponyherde, die sich um ein mit wehender Mähne galoppierendes Einhorn tummelte, „De Liebenden“, die sich im blauen Licht und eng umschlungen des Lebens freuten oder die skurrilen „Gaffa-Bäume“ – irgendwie fühlte man sich hineinversetzt in einer Welt, in der Licht und Farben dominieren und Tristesse ein Fremdwort ist.

Nicht von diesem Planeten schienen auch die „Guardians“ zu sein, die hier und da hinter Bäumen nur darauf zu warten schienen, den Besucher durch ihr bloßes Dasein einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Das mystische Licht, die daraus entstehende düstere Atmosphäre und die von Regisseur Wolfgang Flammersfeld gewählten Aufstellungsorte – mal im Käfig hängend, mal im Gebüsch lauernd – spielten perfekt zusammen.

Die 2014er-Ausgabe der „Nachtlichter“, die am Sonntagabend um Mitternacht zu Ende gingen, war vieles, nur nicht eines: eintönig. Das war vor allem dem Anspruch geschuldet, den Flammersfeld und sein Team an sich selbst gesetzt hatten. „Es geht für uns darum, Stimmungen zu erzeugen, mit immer neuen Ansätzen“, erläutert der „Nachtlichter“-Macher. Diese ließen sich auf unterschiedliche Weise erzeugen. Dementsprechend setzte Flammersfeld mal auf aufwendige Inszenierungen („Die Liebenden“) oder Techniken („Schattenmaschine“), mal ließ er ganz Profanes, das illuminiert sein Wesen veränderte, auf die Besucher wirken. Letzteres war vor allem im Bürgergarten möglich. In der Masse auftretend wirkten die aufgestellten Laternen wie ein zu Boden gefallener Sternenhimmel. „Träume leuchten lassen“ – das ist gelungen.

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