Strukturbericht zeigt Schwächen auf
Der Strukturbericht zeigt Stärken und Schwächen auf, auch hinsichtlich des Arbeitsmarkts.

Stattdessen aber befasst sich die Analyse mit Entwicklung von Wirtschaftskraft, Demografie und Arbeitsmarkt. Und da bleibt festzuhalten, dass die Stadt zum Teil nur zweitklassig spielt.

Auftraggeber für den Strukturbericht, der in Zusammenarbeit mit dem EWAS-Institut entstanden ist, war die Organisation Pro Wirtschaft GT. Er soll die starken Seiten des Kreises aufzeigen, ist aber gleichermaßen dazu geeignet, Defizite deutlich hervorzuheben. Und für Rietberg gibt es den einen oder anderen Bereich, in dem noch Luft nach oben ist.

Rietberg ist stark vom verarbeitenden Gewerbe geprägt. 50 Betriebe mit mehr als 20 Arbeitnehmern listet der Bericht für diesen Bereich auf, die 2015 bei einer Exportquote von 19 Prozent einen Umsatz von 195,43 Millionen Euro machten. Entsprechend hoch ist die Anzahl der Arbeitnehmer dort: Mehr als 5600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind es. Vor zehn Jahren waren es noch rund 1000 weniger.

Hinsichtlich des Durchschnittslohns in dem Sektor bildet Rietberg mit 34 927 Euro Jahresgehalt das Schlusslicht im Kreis Gütersloh. Nirgendwo haben die Angestellten im verarbeitenden Gewerbe am Ende des Monats weniger im Portemonnaie. Zum Vergleich: In der Nachbarstadt Verl sind es 47 274 Euro.

Etwa 7700 Rietberger verlassen täglich die Stadt, um zu ihren Arbeitsstellen zu gelangen. Gleichzeitig weist die Statistik 7200 Einpendler aus. Ein negativer Saldo – wie in diesem Fall – deute darauf hin, dass das Angebot nicht ausreiche, um die Einwohner ausreichend mit Arbeitsplätzen zu versorgen, wird in dem Bericht erläutert. Bei der Interpretation sei jedoch zu berücksichtigen, dass diese Differenz auch ein Indikator für attraktive Wohnstandorte sein könne.

Hinsichtlich der Ausbildungsquote bewegt sich Rietberg im soliden Mittelfeld auf Kreisebene, liegt damit zudem über Landes- und Bundesdurchschnitt. Gleichwohl ist die Zahl derer, die in der Stadt der schönen Giebel und benachbarten Kommunen in die Lehre geht, seit einigen Jahren rückläufig. Dieser Abwärtstrend ist jedoch in der gesamten Republik zu beobachten. Sicherlich liegt es auch an der sinkenden Zahl der Ausbildungsbetriebe. Waren es in Rietberg 2009 noch 191, sind es Ende 2015 nur noch 173 gewesen.

Weitere Ergebnisse aus dem Strukturbericht lesen Sie am Mittwoch, 13. Juli, auf der Rietberg-Seite.

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