Tierschutzlehrer bilden sich weiter
Aus ganz Deutschland waren die Tierschutzlehrer angereist, um an der Tagung auf dem Varenseller Lebenshof teilzunehmen.

Alexander Christian, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dozent am „Centrum für Bioethik“ Münster, ging auf das hartnäckige Festhalten an Tierversuchen ein. „Forscher müssen Veröffentlichungen vorweisen und Fachzeitschriften bevorzugen sensationell erscheinende Studien“, umschrieb er eines der Probleme. Dabei gehe es oft gar nicht um die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen. Darüber hinaus seien Tierversuche so fehleranfällig wie kaum eine andere Forschungsmethode. So ließen sich etwa in der Krebsforschung 92 Prozent der gewonnenen Erkenntnisse nicht für die Behandlung des Menschen nutzbar machen.

Auch die Jüngsten können aktiv werden

Tierärztin Dr. Martina Kuhtz-Böhnke aus dem oberbayerischen Dorfen entzauberte Standardargumente für die Jagd. Der Rückgang von Hase, Fasan und Rebhuhn sei nachweislich menschengemacht. „Die Tiere finden immer weniger Lebensräume. Der Fuchs hat damit gar nichts zu tun“, stellte sie heraus. Beispiele, wie in Grundschulen Tierschutz vermittelt werden kann und was schon die Jüngsten aktiv dazu beitragen können, hatte Angelika Zech-Stadlinger, Oberstudienrätin aus Nürnberg, parat.

Karin Ulich, Tierärztin aus Lindau am Bodensee, ging dem Widerspruch zwischen Tierschutzgesetz und Realität in der Massentierhaltung nach, erklärte den Einfluss der Agrarindustrie auf die Politik, warum Amtsveterinäre häufig hilflos sind und welche Rolle die Justiz dabei spielt. Kaum ein Halter, der Schweine, Rinder oder Vögel leiden und qualvoll sterben lasse, werde verurteilt, meinte sie. Des Weiteren diskutierten die Teilnehmer über Urteile aus der aktuellen Rechtsprechung, über Unterrichtsmöglichkeiten zur Tierversuchsproblematik sowie über ein Theaterstück zum Thema Jagd. „Unsere Tagung ist für diejenigen, die der Einflussnahme vom Tierleid profitierender Interessengruppen etwas entgegensetzen, fachlich wichtig und menschlich motivierend“, fasst Vereinsvorsitzende Astrid Reinke zusammen.

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