Tom Meyer stellt Kolpinghaus-Pläne vor
Das markante Dach und die charakteristische Fassadengestaltung des Kolpinghauses bleiben erhalten. Die unteren Fenster werden vergrößert, der Saal durch einen Neubau mit gläsernem Treppenhaus (r.) ersetzt.

Am Montagabend stellten Tom und Leon Meyer vom Architekturbüro Meyer und Kleinewietfeld die Pläne für die Sanierung des katholischen Gesellenhauses am Südtor vor. Das zur Rathausstraße liegende Hauptgebäude solle komplett erhalten bleiben. Die Fenster in der Fassade würden vergrößert, ohne die ursprüngliche Struktur der Außengestaltung aufzugeben.

Saal hat keine Zukunft

Nicht zu erhalten sei der zur Emsumflut hin gelegene Saal, erklärte Tom Meyer. Der 1952 errichtete Anbau, in dem neben Familienfeiern auch Karnevalssitzungen und Vereinsversammlungen stattfanden, werde in Kürze abgerissen. Entsprechend des Grundrisses des alten Saaltrakts werde ein zweigeschossiger Neubau entstehen. Für Auflockerung sorgt die Staffelgeschoss-Bauweise, für die sich Architekt Meyer entschieden hat. Die obere Etage werde etwas versetzt, so dass kein wuchtiger Quader entstehe.

Anbau mit verglastem Treppenhaus

Wesentliches gestalterisches Element des Anbaus wird das verglaste Treppenhaus sein, das einige Meter in Richtung Westwall ragt. Um den vorgelagerten Eingang realisieren zu können, musste der neue Eigentümer des Kolpinghauses einige Quadratmeter Grund von der Stadt kaufen. Unter dem Anbau ist eine Tiefgarage vorgesehen.

650 Quadratmeter Verkaufsfläche

Im Untergeschoss des Kolpinghauses und des Anbaus soll ein Ladenlokal mit einer Gesamtfläche von 650 Quadratmetern entstehen, erläuterte Tom Meyer. Ob es schon einen Mietinteressenten gibt, verriet er aber nicht. Auch zum Kaufpreis für das Kolpinghaus machte er keine Angaben. Das Obergeschoss von Anbau und ehemaliger Gastwirtschaft will Meyer als Büro- und Praxisräume vermieten.

Im nächsten Sommer soll alles fertig sein

Der Architekt rechnet damit, dass die Umbaumaßnahmen in Kürze beginnen und bis zum Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. „Wir freuen uns, dass wir den historischen Teil des Kolpinghauses dauerhaft erhalten und das Gebäude einer zeitgemäßen Nutzung zuführen können“, sagte Meyer. Durch das Bauvorhaben werde der Süden der Rietberger Innenstadt enorm aufgewertet.

Kaufpreis fließt in neue Kolping-Stiftung

Heinz Fischer, Vorsitzender des Kolpinghausvereins, freut sich, dass der Verkauf der Immobilie unter Dach und Fach ist und auch die Nachnutzung auf lange Sicht gesichert scheint. Dem Verein sei es mit Unterstützung von Tom Meyer gelungen, das katholische Gesellenhaus zu erhalten. Viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement seien in den zurückliegenden Jahrzehnten in Aufbau, Erweiterung und Unterhalt des Kolpinghauses geflossen, sagte Fischer. Allen Helfern gelte der Dank des Vereins. Der von Meyer gezahlte Kaufpreis fließe in die noch zu gründende Adolph-Kolping-Stiftung Rietberg. Nähere Einzelheiten zur neuen Stiftung will der Kolpinghausverein bekannt geben, sobald alle Details in trockenen Tüchern sind.

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