Udo Kanter besiegt Bokeler Holzadler
Bild: Sudbrock
Schlag’ ein: Die Fäuste zum Sieg geballt freuten sich Udo Kanter (r.) und sein Mitstreiter Friedhelm Gehrmann über den Meisterschuss, mit dem der 45 Jahre alte Familienvater am Montagmittag auf dem Bokeler Schützenplatz dem Adler den Garaus gemacht hat.
Bild: Sudbrock

So schwungvoll die Machtübernahme ausfiel, so schweißtreibend gestaltete sich der vorangegangene Kampf Mensch gegen Adler. Das lag indes weniger an den Schießkünsten der „Grünröcke“, als vielmehr am Durchhaltevermögen des Raubvogels. Trotz Dauerbeschusses ließ sich das Wappentier – mal abgesehen von den frühzeitig verlustig gegangenen Insignien – kaum etwas anmerken. Ein Kantersieg im eigentlichen Sinn mit zig Punkten Vorsprung war es also mitnichten.

Zäher Holzvogel

Nachdem Krone (Carmen Metzke, 11. Schuss), Apfel (Friedhelm Gehrmann, 31. Schuss) und Zepter (Norbert Martinschledde, 55. Schuss) zu Boden gesegelt waren, dauerte es noch eine geschlagene Stunde, bis der scheidende Regent Friedrich Rehage den linken Flügel erbeutete. Auch die Jagd nach dem rechten Gegenstück machte der Schützenadel unter sich aus: Das Objekt der Begierde traf Rehages späterer Nachfolger Udo Kanter.

Doch bis zur Proklamation des 45-jährigen Technikers, der mit seiner Gattin und Königin Beate (39) sowie den beiden Kindern Nils (9) und Lena (7) an der Friedhofstraße residiert, war es zu diesem Zeitpunkt noch ein weiter Weg. Denn geschlagen geben wollte sich der Aar trotz seiner nicht wegzudiskutierenden Flugunfähigkeit noch immer nicht.

Zahlreiche Anwärter

In der heißen Phase des Wettkampfs schickten sich gleich mehrere gestandene Schützen an, die Königswürde zu erringen: Tobias und Christian Brockschnieder, aber auch Alexander Rüpp, Christian Sudbrock, Thomas Wiedemann und Friedhelm Gehrmann trauten sich ebenso wie der spätere Sieger Udo Kanter selbst dann noch ans Gewehr, als sich nur noch ein zerrupfter Rest des Torsos wie der Zeiger einer Uhr um die Schraube im Kugelfang drehte. Schuss um Schuss wurden die Überbleibsel des Vogels kläglicher. Als nur noch eine Handbreit Holz im „Horst“ ausharrte, hatte sich das Rennen um die Königswürde im zweitkleinsten Rietberger Stadtteil längst zu einem Duell zwischen Christian Brockschnieder und Udo Kanter entwickelt, das Letzterer um 13.47 Uhr mit der 337. Kugel Blei um Haaresbreite für sich entschied.

Gut gelaunter Hofstaat

Am späten Nachmittag bei der Parade waren alle Sorgen vergessen: Überglücklich präsentierte das neue Königspaar Udo und Beate Kanter dem begeisterten Schützenvolk seinen Hofstaat. Das Throngefolge bilden Manfred Kaller und Silvia Suntinger (Zeremonienmeister), Friedhelm und Mechthild Gehrmann, Siegfried Elmer und Grit Stein, Wolfgang Niehüser und Kerstin Borgstädt, Horst und Birgit Austermann, Andreas und Stefanie Sieweken sowie Dirk und Simone Elberg. Komplettiert wird die blaublütige Bokeler Schützengesellschaft durch die Adjutanten Niklas Hünemeier und Julian Holtrup.

Jungschützenkönig aus Benteler

Während sich die erwachsenen Schützen am Montag beim Vogelschießen reichlich Zeit ließen, hatte es der Vereinsnachwuchs am Sonntagabend deutlich eiliger. Nach 50 Minuten hatten die Jungschützen ihren Vogel unten. Das Wappentier fiel mit der 138. Kugel auf das satte Grün des Festplatzes beim Gasthof „Zum Doppe“.

Abgefeuert hatte den Meisterschuss der 21-jährige Industriemechaniker Jonas Heipieper. Der Benteleraner, der ursprünglich aus Mastholte stammt, grüßt damit als neuer Bokeler Jungschützenkönig. In den Reihen der St.-Hubertus-Bruderschaft ist Heipieper seit vier Jahren zu finden. Die Insignien sicherten sich beim Jungschützenvogelschießen Andreas Sudahl (Krone, 13. Schuss), Tim Wimmelbücker (Apfel, 15. Schuss) und Tim Peitzmeier (Zepter, 51. Schuss). Wimmelbücker hatte sich ebenso wie Marco Grefer bis zum Schluss mit dem späteren Regenten Jonas Heipieper ein spannendes Rennen um die Königswürde geliefert.

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