Umweltschutz steht im Vordergrund
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Die Bereitschaft der Rietberger für energetische Gebäudesanierungen ist hoch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die jetzt im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt wurde.
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Um diese und weitere Fragen geht es bei dem Projekt „Energetische Quartierssanierung“. Erste Ergebnisse hat ein Vertreter des Büros Jung Stadtkonzepte jetzt im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss vorgestellt.

Drei Siedlungen haben die Fachleute für ihre Zukunftsprognose beispielhaft unter die Lupe genommen: einen fünf Hektar umfassenden Bereich an der Stennerlandstraße beim Institut Vita mit etwa 260 Einwohnern, die ebenfalls fünf Hektar große Höppesiedlung rund um das Hochhaus (290 Einwohner) und den historischen Stadtkern. Dieser zählt 790 Bewohner, die verteilt auf 15 Hektar Gesamtfläche leben.

Sanierungsbereitschaft der Bürger ist hoch

Wie wohl fühlen sich die Rietberger in ihrem jeweiligen Wohnumfeld? Wie groß ist die Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen, um den vorhandenen Gebäudebestand vor allem mit Blick auf die Energieversorgung fit für die Zukunft zu machen? Das und mehr wollte das Büro Jung mit eine Fragebogenaktion sowie mit tiefergehenden persönlichen Gesprächen in Erfahrung bringen. Die Rücklaufquote von zehn Prozent lasse durchaus belastbare Aussagen zu, erläuterte der Vertreter des Planungsbüros in der Bauausschusssitzung.

Die Bewohner der drei Siedlungen seien mehrheitlich mit der Stadt Rietberg als Wohnstandort zufrieden, lautet ein wichtiges Fazit. Die Sanierungsbereitschaft der Anlieger aus Stennerland- und Höppesiedlung sowie der Altstadt sei überdurchschnittlich hoch. Ausgeprägt sei darüber hinaus das Interesse am Einsatz erneuerbarer Energien. „Steigen die Heizkosten in Zukunft weiter an, kann sich mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, in regenerative Energien und energetische Sanierungsmaßnahmen zu investieren“, heißt es.

Der Bedarf dafür ist vorhanden: Im Gebiet Stennerlandstraße etwa nehmen die konventionellen Energieträger Erdgas, Heizöl und Strom nach wie vor eine Spitzenposition ein. Photovoltaik und Co. sind kaum verbreitet.

Partner ins Boot holen

Mit maßgeschneiderten Förder- und Informationsprogrammen soll die Quartierssanierung vorangetrieben werden. Denkbar sei auch die direkte Bürgerbeteiligung im Rahmen einer Projektwerkstatt, erläuterte der Experte das weitere Vorgehen. Ziel sei es ferner, Partner wie Banken, Handwerker und Architekten mit ins Boot zu holen.

Nahwärmenetz für die Altstadt

Für die Rietberger Altstadt schlägt das Büro Jung Stadtkonzepte die Einrichtung eines Nahwärmenetzes vor. Öffentliche Gebäude könnten durch ein Leitungsnetz miteinander verbunden werden, über das die Energie von drei oder mehr Blockheizkraftwerken flächendeckend verteilt werden könnte. Neben den städtischen Verwaltungsgebäuden könnten davon beispielsweise auch die Pfarrkirche St. Johannes Baptist, die Klosterkirche St. Katharina und das Pfarrzentrum an der Rügenstraße profitieren.

Als Energiequellen würden drei Blockheizkraftwerke (Schulzentrum, Verwaltungsgebäude Rügenstraße und Altenpflegeheim St. Johannes Baptist) dienen. Prinzipiell möglich ist laut Auskunft der Experten auch der Anschluss weiterer Gebäude an das Nahwärmenetz. Beispielsweise könnte die komplette Ladenzeile entlang der Rathausstraße integriert werden. Das sei vor allem mit Blick auf das geplante City-Outlet eine interessante Alternative zur Energiekosteneinsparung, hieß es in der Ausschusssitzung. Für den Betrieb des Netzes sei eine noch zu gründete Energiegenossenschaft sinnvoll. Diese wäre dann auch für die Finanzierung zuständig. Details sollen im Rahmen der Projektwerkstatt erörtert werden.

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