Ungewöhnliche Tierfreundschaft
Bild: Vredenburg
Vier junge Igel werden in Varensell von Monika Schubert aufgezogen.
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Schließlich war sie es, die die kleinen Gesellen gefunden hat.  Durch lautes Bellen ihrer aufgeweckten Hundedame wurde Monika Schubert auf die Igelkinder in ihrem Garten aufmerksam. „Auf der Suche nach der Mutter waren die eigentlich nachtaktiven Tierchen, die schon ganz ausgekühlt waren, am hellichten Tag unterwegs“, erinnert sich die Varensellerin, die mit ihrem Mann an der Bauerkampstraße lebt.

Kurzentschlossen nahm sie die Kleinen mit ins Haus und versorgte sie. Die tagelange Suche nach der Mutter blieb erfolglos. Die Stacheln noch ganz weich, waren die Igelbabys zu diesem Zeitpunkt knapp drei Wochen alt. Das kleinste wog 62 Gramm. „Aber sie hatten schon die Augen geöffnet“, erinnert sich Monika Schubert. Das vereinfachte die Sache. Die gelernte Tierpflegerin hat zwar schon Löwen- und Tigerbabys aufgezogen, die Versorgung kleiner Igel, musste aber auch sie erst erlernen.

„Regenwürmer und Raupen gebe ich nicht, weil das Innenparasiten fördert“, erklärt die Igelmutter. Zunächst habe sie die Kleinen mit laktosefreier Katzenmilch versorgt und später Igel- oder Katzenfutter, gemischt mit Weizenkleie, Rührei oder gekochtem Hähnchenfleisch, zugefüttert. Niedliche Schmatzgeräusche liefern den täglichen Beweis, dass es dem Igelnachwuchs schmeckt. Martin Schubert blickt manchmal etwas „neidisch“, wie er augenzwinkernd anmerkt, auf die von seiner Frau liebevoll zubereiteten Mahlzeiten. Auch er hat seine Freude daran, dass die Kleinen, die ihr Gewicht in den vergangenen zwei Wochen mehr als verdoppelt haben, inzwischen anfangen zu pieken und gelegentlich auch fauchen.

Um die Igel beim täglichen Wiegen auseinanderzuhalten, haben die Schuberts ihre Stachelkleider mit Farbklecksen markiert – so entstanden die ungewöhnlichen Namen. Obwohl die vier Igel sich prächtig entwickeln, glaubt Monika Schubert nicht, dass sie es vor Wintereinbruch auf 500 Gramm bringen. Das wäre die Mindestvoraussetzung zum Überwintern im Freien. Weil die Igel noch so klein sind, haben die Schuberts im Garten einen geschützten Auslauf vorbereitet, der ihnen helfen soll, den Winter zu überstehen. „Bei Bedarf bekommen sie dort auch weiterhin Futter“, verspricht Monika Schubert.

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