Vergewaltigung: Mann bestreitet Vorwürfe
Bild: dpa
Hat sich in einer Varenseller Wohnung im Mai 2018 eine Vergewaltigung abgespielt? Das muss das Bielefelder Landgericht aktuell ergründen.
Bild: dpa

Die Straftat an der 39 Jahre alten Mutter zweier Kleinkinder soll der 32-jährige in Kasachstan geborene Beschuldigte in einer im April 2018 gemeinsam genutzten Fünfzimmerwohnung in Varensell begangen haben.

Angeklagter lebt inzwischen in Dormagen

Vor Gericht wehrte sich der inzwischen in Dormagen lebende Angeklagte gegen den Vorwurf der Staatsanwältin, er habe im April 2018 seine Lebensgefährtin, die ihm mit ihren zwei Kindern nach sechsmonatiger Bekanntschaft im Dezember 2017 in die Wohnung gefolgt war, gezwungen, „gegen ihren Willen in dem gemeinsamen Bett zu schlafen“.

Zu der Vergewaltigung soll es indes erst am 20. Mai gekommen sein. Laut Anklage handelte es sich um eine „konfliktbehaftete Beziehung“. Das Paar habe sich gegenseitig kontrolliert. Weil die 39-Jährige nach einem Tanzabend in Rheda-Wiedenbrück einen anderen Mann angelächelt haben soll, habe der Angeklagte sie beschimpft und sie gezwungen, sich auszuziehen. Dann habe er an ihrem Körper nach „Spuren von anderen Männern“ gesucht, ohne Ergebnis. Daraufhin sei es zur Vergewaltigung gekommen.

„Alles Lüge“ oder Straftat?

„Alles Lüge“, sagte der Beschuldigte vor Gericht. Er räumte ein, am Tatabend des 20. Mai seinen Schlafplatz auf dem Sofa geräumt zu haben und ins Doppelbett geschlüpft zu sein. Die Anklageschrift beschreibt ausführlich, was danach geschehen sein soll. Nach dem Vorfall sei die Geschädigte mit den Kindern ausgezogen. Als sie am 28. Juli ihre letzten Sachen aus der Wohnung holen wollte, soll der „Ex“ sie brutal daran gehindert haben.

„Habe mich kontrolliert gefühlt“

Eigentlich habe er sich ein normales Beziehungsleben gewünscht, schilderte der Angeklagte. „Nach zwei Scheidungen reicht es irgendwann“, betonte er. Doch ständige Streitigkeiten hätten dazu geführt, dass er darauf verzichtet habe, die neue Partnerin bei einem Familientreffen seiner Verwandtschaft zu präsentieren. Er wies selbstbewusst zurück, er sei kontrollsüchtig. Dies sei wohl bei ihr der Fall: „Sie hat im Schlaf meinen Daumen genommen und mit ihm mein Handy entsperrt. Danach hat sie alle meine Infos und Aufzeichnungen überprüft – ich habe mich kontrolliert gefühlt.“

Frau sagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus

Die 39-Jährige habe gedroht, sie werde der Polizei von der angeblichen Vergewaltigung berichten mit dem Hinweis: „Ich mache dir das Leben zur Hölle.“ Die Frau sagte am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

SOCIAL BOOKMARKS