Verwirrung um Bebauungsplan Niggemeier
Bild: Wille
Statt zweier Sechsparteien-Häuser soll an der ehemaligen Hofstelle Niggemeier ein großer Komplex entstehen. Die Planänderung hatte für Irritationen gesorgt.
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Dort war Platz für zwei Sechsparteien-Häuser skizziert worden. Bei der Offenlegung der Pläne allerdings rieb sich mancher die Augen. Aus den zwei getrennten Sechsparteien-Immobilien war ein großer Gesamtkomplex ohne Wohnungsbegrenzung geworden. Anlass für die CDU, bei der Verwaltung nachzuhaken, ob da möglicherweise ein formaler Fehler vorliege. Schließlich habe man seinerzeit in dem Fachausschuss eine andere Zeichnung verabschiedet als jene, die unlängst veröffentlicht wurde. In einer sehr detaillierten Stellungnahme legte die Verwaltung während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses dar, warum sich an dieser einen Stelle etwas geändert hat – und das alles mit rechten Dingen zuging. Manch einer hatte die transparente Öffentlichkeitsbeteiligung in Gefahr gesehen.

Der politische Wille, preisgünstigen Wohnraum in einer barrierefreien Ausstattung zu realisieren, lässt sich „nach Informationsstand der Verwaltung in einem einzelnen Baukörper für ein Sechsfamilienhaus nicht wirtschaftlich darstellen“, heißt es in der Antwort auf die CDU-Anfrage. Dies sei auch die Begründung für einen möglichen Investor gewesen, ein Konzept vorzulegen, das die maximal politisch gewünschte Anzahl von zwölf Wohneinheiten nicht überschreitet, aber eine barrierefreie Ausstattung durch einen zentral angeordneten Erschließungsbau beinhaltet. Aus Sicht der Verwaltung stellt die aktuelle Variante eine optimierte städtebauliche Lösung dar. Unter anderem könne dadurch ein weiterer Bauplatz für ein Einfamilien- oder ein Doppelhaus geschaffen werden.

Noch bis zum 10. Juni besteht für Bürger die Möglichkeit, Anregungen, Bedenken und Hinweise zur laufenden Offenlegung des Bebauungsplans „Hof Niggemeier“ zu äußern. Im Rahmen der sogenannten Abwägung wird dann eine Entscheidung zu treffen sein, wie mit den Einwendungen umzugehen ist. Sollte der Fachausschuss entscheiden, dass zwei Bauplätze für solitär stehende Mehrfamilienhäuser dargestellt werden sollen, könnte diese Änderung im Rahmen einer erneuten Offenlegung mit einer verkürzten Frist von 14 Tagen nachgeschoben werden.

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