„Vor vollendete Tatsachen gestellt“
Bild: Vredenburg
Für manchen zu schnell: Auf dem städtischen Grundstück an der Sandfeldstraße 50a in Neuenkirchen ist bereits am 10. März eine weitere Containeranlage für Asylbewerber aufgestellt worden. Bislang ist die Unterkunft, in der Platz für 90 Menschen ist, unbewohnt.
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Gegen Menschen, die aus Krisenregionen nach Deutschland gekommen sind und in Rietberg Unterschlupf gefunden haben, hege man keinen Argwohn, betonte der Anlieger, der anonym bleiben möchte. Die Informationspolitik der Stadtverwaltung lasse jedoch zu wünschen übrig. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass Bürgermeister Andreas Sunder mit dem Ziel angetreten war, die Bevölkerung verstärkt in die Entscheidungsprozesse einzubinden.“ Von einer gleichmäßigen Verteilung der Schutzsuchenden im Stadtgebiet könne keine Rede sein. „Es gibt keine andere Straße in Rietberg und den Ortsteilen, an der mehr Menschen untergebracht sind, als an der Sandfeldstraße“, kritisierte der Anwohner.

Sauer aufgestoßen ist ihm im Besonderen, dass in der Sozialausschusssitzung Ende voriger Woche von der Stadtverwaltung darüber informiert worden sei, dass Container für die zweite Sammelunterkunft an der Sandfeldstraße 50a in Kürze bestellt werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt seien die Module aber längst aufgestellt gewesen.

Die Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage, dass die Containeranlage auf dem kommunalen Grundstück an der Sandfeldstraße 50a in Neuenkirchen bereits am 10. März angeliefert und aufgebaut wurde. Bei der Erstellung des Sachstandsberichts durch die Verwaltung zum Thema Asyl am 7. März für die Ausschusssitzung sei die Faktenlage indes noch eine andere gewesen. „Weil Wohncontainer wegen der angespannten Lage auf dem Markt derzeit nur schwer zu bekommen sind, können wir nie genau sagen, wann eine Lieferung erfolgt“, hieß es aus dem Rietberger Rathaus.

Nicht zutreffend sei die Behauptung, die Stadt habe die Anwohner nicht rechtzeitig informiert. Über die beabsichtige Errichtung einer Asylbewerberunterkunft an der Sandfeldstraße 5 in Druffel habe der Bürgermeister die Anlieger am 23. Oktober unterrichtet. „Das Gleiche ist für die Containeranlage an der Sandfeldstraße 50a geschehen, und zwar am 1. Dezember.“ Grundsätzlich würden nur direkt betroffene Anwohner angeschrieben. „Wir können nicht gewährleisten, dass jeder Bürger vorab persönlich informiert wird.“

Die Stadt Rietberg hat an der Sandfeldstraße im Grenzbereich zwischen Druffel und Neuenkirchen an drei Standorten Flüchtlinge untergebracht. Im kommunalen Obdachlosenheim an der Sandfeldstraße 3a leben nach Auskunft von Rathaussprecherin Nina Tiemann aktuell fünf Flüchtlinge und zwölf Personen ohne festen Wohnsitz. In der Containeranlage an der Sandfeldstraße 5, die Ende Oktober nach einer Dringlichkeitsentscheidung des Bürgermeisters eingerichtet worden sei, wohnen 30 Kinder und Erwachsene. 30 weitere dort bereitgehaltene Plätze seien momentan unbelegt. Für die vor zwei Wochen errichtete Asylbewerberunterkunft an der Sandfeldstraße 50a habe der Sozialausschuss in seiner Sitzung am 28. Januar grünes Licht gegeben. 90 Plätze seien dort vorhanden. „Die Belegung ist nach heutigen Stand frühestens ab Mai vorgesehen“, sagte Nina Tiemann. Zuvor finde am Donnerstag, 14. April, ab 19 Uhr im Kolpinghaus Neuenkirchen eine Bürgerversammlung zum Thema Asyl statt.

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