Wasserratten stürmen Spiellandschaft
Bild: Vredenburg
Nicht nur die jüngsten Besucher des Gartenschauparks nahmen am Sonntag die neue Wasserspiellandschaft vor der roten Brücke am Obersee genau in Augenschein. Der Förderverein hat 40 000 Euro in die Anlage investiert. Im Rahmen eines Familienfests wurde sie offiziell eröffnet.
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„Es sind unsere Besucher gewesen, die den Wunsch geäußert haben, gerade hier noch mehr Spielmöglichkeiten zu bekommen“, erklärte Fördervereinsvorsitzender André Kuper. Die benötigten Mittel seien nach einstimmigem Beschluss des Vorstands und Bestätigung durch die Mitgliederversammlung bereitgestellt worden. Um Nachhaltiges zu schaffen, seien für die TÜV-abgenommene Spiellandschaft nur gute Materialien wie Edelhölzer verwendet worden. „Die Wasser führenden Teile sind aus Edelstahl gefertigt“, informierte Kuper.

Fallsand wirkt stoßdämpfend

Die Anlage steht auf speziell für Sandkisten und Spielplätze entwickeltem Fallsand, der stoßdämpfend ist und sich nicht komprimiert. „Dieser Sand kostet zwar dreimal so viel wie normaler Baustellensand, dafür schützt er die Kinder aber vor Schrammen und Kratzern“, sagte Kuper. Von dem etwa 2,5 Meter hohen Rutschenturm zweigt sich ein Wasserlabyrinth mit etlichen Spiel- und Staumöglichkeiten ab. Für Jungen und Mädchen, die dort insbesondere im Team richtig viel bewegen können, gibt es also jede Menge zu tun.

Eingehend auf die Höhe des städtischen Zuschusses, der nach dem Verzehr der Gewinnrücklage aus der Landesgartenschau 2008 von 150 000 auf 600 000 Euro angehoben werden soll („Die Glocke“ berichtete), erklärte Kuper: „Die meisten Parks in Deutschland und NRW haben laufende Unterhaltungskosten zwischen einer und 2,5 Millionen Euro im Jahr – egal, ob sie Eintritt erheben oder nicht. Da liegen wir mit unseren 600 000 Euro in einem guten Rahmen.“ Dass nach dem Großereignis überhaupt die Bildung einer Rücklage möglich gewesen sei, „ist ein kleiner Luxus, denn die LGS in Rietberg war landesweit die erste, die einen Überschuss von 3,3 Millionen Euro erwirtschaftet hat“, sagte Kuper. Diese Summe sei danach nirgends erreicht worden. Dass solch ein Park hinterher Defizite und Folgekosten verursache, sei bereits bei der Planung der LGS klar kommuniziert worden.

Verein hat zahlreiche Projekte realisiert

In diesen Tagen werde deutlich, dass der Park ohne den Förderverein nicht in gleicher Qualität zu erhalten sei, sagte André Kuper. „Über die ehrenamtliche Pflege etwa des Erlebnisgartens und der Rosenbeete hinaus akquirieren wir jährlich etwa 140 000 Euro Spenden, um im Park Gutes zu bewirken“, machte er deutlich. Mit Hilfe des Vereins seien Projekte wie der Rutschenturm, der Sennebachstrand mit Piratenschiff, die WC-Anlage am Wasserspielplatz im Parkteil Neuenkirchen, das Wassertretbecken am Obersee und jetzt die Wasserspiellandschaft realisiert worden.

Während die Jüngsten die neue Abenteuerspielfläche an der roten Brücke stürmten, läutete der Förderverein auf dem benachbarten Hügel am Untersee sein Familienfest ein. Power-Paddel-Boote und Riesenwasserbälle lockten kleine Wasserratten in eine eigens aufgebaute Poolanlage. Nebenan vergnügte sich der Nachwuchs auf einem Bungeetrampolin und auf einer riesigen Alpenrutsche. Das Reiten großer Schlangen und wilder Pferde gehörten zu den Fertigkeiten, die beim Spiel ohne Grenzen gefragt waren.

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