„Weil ich auch eine Rampensau bin“
Am Samstag, 18. April, ist der „Puppenflüsterer“ Benjamin Tomkins ab 20 Uhr zu Gast in der Rietberger Cultura und will das Publikum mit seinen Puppen zum Lachen bringen.

 „Die Glocke“:  Herr Tomkins, eine Frage vorweg: Sind Sie mit knapp 50 Jahren nicht zu alt, um noch mit Puppen zu spielen?

Benjamin Tomkins: Würde ich gar nicht sagen. Ich bin auch erst sehr spät in die Pubertät gekommen.

„Die Glocke“:  Früher waren Sie unter anderem Gebrauchtwagenhändler und haben auch schon als Globetrotter die halbe Welt bereist. Wie wird man dann denn Bauchredner? 

Benjamin Tomkins: Ich habe schon viele Berufe gehabt, war unter anderem auch Makler. Mich hat dann aber irgendwann das Bühnenfieber gepackt, weil ich auch irgendwie eine Rampensau bin. Entdeckt habe ich das aber eher zufällig auf einer Weihnachtsfeier und dann hat sich das relativ schnell entwickelt. Nachdem ich den ersten Kleinkunstpreis gewonnen hatte, habe ich gedacht, dass ich das auch hauptberuflich machen möchte.

„Die Glocke“:  Ist es eigentlich anstrengend, mit dem Bauch zu reden? 

 Benjamin Tomkins: Für mich nicht. Anstrengend ist es eher, zwischen den Stimmen – also zwischen mir und den Puppen – zu wechseln. Das Reden ohne Lippenbewegung fällt mir dagegen sehr leicht.

„Die Glocke“:  Kommen wir auf Ihre Puppen zu sprechen. Diese heißen zum Beispiel „Der Hildegard“. Woher nehmen Sie die Ideen für die Charaktere und sind diese an Personen aus Ihrem persönlichen Umfeld angelehnt?

Benjamin Tomkins:  Viele Dinge entstehen durch Zufall oder einfach aus dem Leben heraus. Ich habe unter anderem auch eine lebensgroße Puppe, damit habe ich mal meine Mutter gespielt. Das hatte schon fast therapeutische Züge. Und ansonsten sind es oft Macken, die man an sich selber oder anderen entdeckt und die man dann mit einbaut.

„Die Glocke“:  Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten als Bauchredner auch im Alltag, um Ihre Mitmenschen zu verwirren?

Benjamin Tomkins: Wenn ich in einem vollbesetzten Fahrstuhl bin, sage ich manchmal „Mensch, ist der dick. Der muss rausgehen, dann fahren wir schneller“. Ich kann einfach mal was sagen, ohne dass es jemanden auffällt – wobei ich dann selber auch entrüstet weggucken muss.

Karten gibt es zum Preis von 22 Euro in allen „Glocke“-Geschäftsstellen und im Bürgerbüro unter 05244/986100.

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