Wer soll den Kartoffelkreisel bezahlen?
Bild: Grujic
Eigentlich steht die Stadt in Sachen Kreisverkehr-Neubau gegenüber dem künftigen Rewe-Markt (r.) in den Startlöchern. Der Bebauungsplan ist rechtskräftig, der Grunderwerb sichergestellt. Knackpunkt bleibt aber die Finanzierung des 970.000-Euro-Projekts.
Bild: Grujic

Schon wieder haben die Politiker am Dienstagabend im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss über den Kreisverkehr-Neubau diskutiert – und sich an dem Thema fast die Zähne ausgebissen.

Nichts Genaues weiß man nicht

Fest steht nach der rund 45-minütigen Debatte nur eins: Nichts Genaues weiß man nicht. Ob und wann der Kreisverkehr zur Entlastung des Verkehrsknotenpunkts Lange Straße/Detmolder Straße/Platzstraße kommt und wer ihn schlussendlich bezahlt, das alles steht auch nach der jüngsten Diskussion im Bauausschuss in den Sternen.

Stadt hofft auf Fördermittel vom Land

Wegen der vielen Fragezeichen hinter dem Kreisel-Projekt haben die Politiker das Thema vorerst vertagt. Auf der ersten Sitzung des Fachausschusses nach der Sommerpause am 8. Oktober soll erneut über eine möglichst zeitnahe Lösung für das Neuenkirchener Verkehrsproblem beraten werden. Die Stadtverwaltung hofft, dass bis dahin Klarheit darüber herrscht, ob das Land die erhofften Fördermittel in Höhe von 582.000 Euro für den 970.000 Euro teuren Kartoffelkreisel tatsächlich locker macht.

„Nicht allein zu unseren Lasten“

Einig waren sich Sprecher aller Fraktionen in der Ausschusssitzung am Dienstag, dass ein vorzeitiger Baubeginn ohne Förderzusage des Landes aufgrund der angespannten städtischen Haushaltssituation erstmal nicht infrage kommt. „Dann würde das Projekt schlimmstenfalls zu 100 Prozent zu Lasten der Stadtkasse gehen“, brachte Michael Sellemerten (CDU) die Mehrheitsmeinung auf den Punkt.

FWG: Rewe-Investor in die Pflicht nehmen

Bis zur nächsten Sitzung im Oktober soll die Stadt ferner prüfen, ob sich der Investor des Rewe-Neubaus möglicherweise doch an der Finanzierung des Kreisverkehrs beteiligen will. Dr. Ute Buchheim (FWG) hatte den Vorschlag unterbreitet. Bürgermeister Andreas Sunder schätzte die Chancen, den Rewe-Bauherrn in die Pflicht zu nehmen, als „eher gering ein“. Zugleich könne es aber nicht im Sinn des Supermarkt-Betreibers sein, „dass die Kunden nach ihrem Einkauf nicht vom Parkplatz kommen, weil sich auf der Detmolder Straße der Verkehr staut“. Nicht gerade aussichtsreich sei der Förderantrag ans Land. Auch dort seien die Mittel knapp. „Trotzdem pflegen wir das zarte Pflänzchen Hoffnung“, sagte Sunder.

SOCIAL BOOKMARKS