Westerwieher Raubmord: BGH hebt Urteil auf
Im November 2015 haben drei Männer zwei Brüder in Rietberg-Westerwiehe überfallen und ausgeraubt. Spezialisten der Polizei untersuchten damals den Tatort.

Der Prozess muss damit neu aufgerollt werden. Die beiden Beschuldigten bleiben in Haft. Den zwei aus Polen stammenden Männer wird zur Last gelegt, ein Brüderpaar auf deren Bauernhof in Westerwiehe überfallen und gequält zu haben. In Folge dessen kam einer der beiden Brüder ums Leben, der zweit wurde schwer verletzt.

Dass Artur T. (50) und Robert D. (47) für den brutalen Raubmord im November 2015 verantwortlich sind, daran hegen die Bundesrichter keine Zweifel. Das BGH habe den Sachverhalt, wie er im Urteil geschildert wird, bestätigt, erläuterte Staatsanwalt Christoph Mackel am Freitag gegenüber der „Glocke“. In der Urteilsbegründung sei allerdings nicht ausreichend rechtlich gewürdigt worden, wann bei den Beschuldigten ein Vorsatzwandel vom Raub- zu einem Tötungsdelikt stattgefunden habe, betont Mackel. Aufgrund dieser formrechtlicher Bemängelung sei der Richterspruch vom 22. Dezember 2016, in dem es lebenslänglich für die zwei Männer hieß, aufgehoben und das Verfahren zurück an das Landgericht Bielefeld verwiesen worden.

Wann der Prozess neu aufgerollt wird, steht noch nicht fest. Staatsanwalt Christoph Mackel geht jedoch von einer zeitnahen Neuverhandlung aus – unter anderem, weil es einen Wechsel des Schwurgerichts gegeben habe. Den Vorsitz der zuständigen Strafkammer hat demnach Richter Wolfgang Korte, der laut Mackel den Ruf eines „zügigen Terminierers“ genießt. Artur T. und Robert D. bleiben derweil in Untersuchungshaft.

Ob der mutmaßliche dritte Beteiligte am Westerwieher Raubmord zum neuerlichen Prozess ebenfalls auf der Anklagebank sitzen wird, steht noch in den Sternen. Piotr L., der erst zwei Jahre nach der schrecklichen Tat in seiner Heimat Polen festgesetzt werden konnte, verbüßt dort noch wegen anderer Delikte eine mehrjährige Haftstrafe. Mit Hilfe eines Rechtshilfeersuchens könnte Piotr L. gegebenenfalls für die Dauer eines neuen Prozesses ausgeliefert werden. Im Fall einer Verurteilung müsste der 46-Jährige nach diesem Szenario seine Freiheitsstrafe dann in seinem Heimatland absitzen

SOCIAL BOOKMARKS