Willkommenskultur in der Giebelstadt
Aus Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, kamen erst jüngst Saur Hüseynov, seine Frau Zümrud Huseynova und die Kinder Revan (acht) und Rüfan Huseynli nach Deutschland. Sie sind froh, dass sie nun in Neuenkirchen leben können. Davon berichteten sie bei einem Treffen im Bibeldorf.

 Evangelische Kirche und die Stadt Rietberg hatten gemeinsam zu diesem Nachmittag eingeladen. Alle Beteiligten sollten bei Tee und Kaffee noch mehr Verständnis füreinander entwickeln. „Dieses Treffen demonstriert ganz deutlich, dass in Rietberg eine Kultur des Willkommens herrscht“, war sich Wilfried Dörhoff als Leiter der Abteilung für Jugend, Soziales und Wohnen im Rathaus sicher. Rund 150 Frauen und Männer, auch viele Kinder, saßen gemeinsam bei Kaffee und Kuchen zusammen, um einander besser kennenzulernen. Sie erzählten von ihrer alten Heimat, aus der sie aus unterschiedlichen Gründen geflohen sind. Und über ihre neue Heimat, die sie aktuell in Bokel, Mastholte, Neuenkirchen, Rietberg oder Varensell gefunden haben. Denn dort leben in zehn Übergangswohnheimen fast 160 Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragt haben.

Aus welchen Staaten der Welt sie kommen, das dokumentierten die Gäste auf einer großen Weltkarte. Mit Klebepunkten markierten sie rund 30 Länder – von Aserbaidschan bis Syrien. Auch als staatenlos hat sich ein Gast registriert.

Hinzu kamen zahlreiche Rietberger, die sich ehrenamtlich engagieren, um den Flüchtlingen die Integration in Rietberg zu erleichtern. Bürger und Vertreter von Caritasverband, Kolpingsfamilie, Sportverein und Kirchen sind in allen Wohnheimen vertreten, um den Asylsuchenden Hilfestellung zu geben. „Ich bin auch ein Stück weit stolz auf uns Rietberger, dass sich so viele Menschen einbringen und die Flüchtlinge so sehr unterstützen“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder. An keiner Stelle habe er bisher ablehnende Äußerungen von Mitbürgern gehört.

Seit Jahresbeginn steht der städtische Mitarbeiter Martin Hübner als Ansprechpartner für alle Flüchtlinge zur Verfügung. In jeder der zehn Unterkünfte ist er mindestens einmal pro Woche mit einer festen Sprechzeit zugegen – sowohl für die Bewohner als auch für die ehrenamtlichen Helfer aus dem Ortsteil, um deren Hilfen zu koordinieren.

Sozialamtsleiter Wilfried Dörhoff berichtete von dem Förderverein „Hilfe für Menschen in Not“, der ein Konzept zur Sprachförderung entwickelt. Mit Hilfe mehrerer pensionierter Lehrer in Rietberg soll den Flüchtlingen das nötige Basiswissen vermittelt werden, um den Alltag in der neuen Heimat zu meistern.

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