„Wir werden ihren Käsekuchen vermissen“
In Frühlingsstimmung: Spaßmacher Leopold Altenburg ließ bei der 22. Ausgabe der Montagsmelange Blumen sprechen. 550 Zuschauer verfolgten das Programm in der Cultura.

Ob Jeff Hess, Sia Korthaus, Ingo Oschmann oder das Saxophonquartett „Blattwerk“: Sie alle stellten das Zwerchfell des Publikums auf eine harte Belastungsprobe. Apropos hart: Dass Rietbergs Bürgermeister demnächst „seinen weichen Chefsessel gegen die harte Oppositionsbank in Düsseldorf tauscht“, ließ Leopold Altenburg natürlich nicht unkommentiert: „Wir werden ihn vermissen – den Käsekuchen seiner Frau.“ Einen Vorteil habe sein Weggang aber doch: „Er entrinnt dem Dunstkreis der Montagsmelange – denkt er.“ Der gewitzte Wiener schlug vor, das Rundtheater einfach wieder dort aufzubauen, wo es früher einmal stand: in Düsseldorf.

Herrlich frivol wurde es, als Sia Korthaus die Bühne enterte. Als Oma Emmy („die lässt nichts anbrennen“) ließ sie beim Küssen nicht nur die Fetzen, sondern gleich ganze Gebisse fliegen. Auf die Frage des Pfarrers bei der Beichte, ob sie denn wisse, was sie mit ihren ganzen Sünden verdient hätte, lautet die klare Ansage: „Ja schon, aber es ist mir nie ums Geld gegangen.“ Etwa 550 Zuschauer bogen sich vor Lachen.

Aber das war erst der Anfang. Als der „König des Quatsches“, Jeff Hess, Kaugummi kauend, Motorrad fahrend oder Tischtennis spielend dem Wahnsinn nahe von einer köstlich komischen Katastrophe in die nächste stolperte, flossen die Lachtränen in Sturzbächen. In einem bleibt der Amerikanerfreilich für immer klar im Vorteil: „Ich bin Jeff Hess und ihr nicht.“

Für Comedian Ingo Oschmann war es am Montagabend nicht ganz einfach, den Stimmungspegel zu halten, zumal er erkältet war. „Jeder hätte es verstanden, wenn er abgesagt hätte. Wir nicht“, stellte Leopold, wie immer frotzelig-charmant, klar. Und so zauberte Oschmann in Rietberg – „im Brasilien Deutschlands“ – aus einem gewöhnlichen Handtuch ein Brathähnchen oder verblüffte als gewiefter Entfesselungskünstler.

Ein hochkarätiges musikalisches Kontrastprogramm lieferte das Saxophonquartett „Blattwerk“. Nach einer Orchestersuite von Bach und einem Klezmer-Solo an der „näselnd, zickigen“ Klarinette machte das Publikum alles richtig, wie Tenor-Saxophonist Thorsten Göstenmeier befand: „Klatschen an der richtigen Stelle und nett schauen.“ Zur Belohnung gab es in der Zugabe irische Folklore, „die den dramaturgischen Bogen rund machte“.

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