Zum Abschluss noch eine Zirkusgala
Bild: Vedenburg
Ganz schön mutig: Die jungen Trapezkünstlern präsentieren waghalsige Figuren auf der Riesenschaukel. Der Auftritt war Teil der Zirkusgala im Rahmen der Festwoche anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Rietberger Jugendwerks.
Bild: Vedenburg

„Alles ist ganz fantastisch gelaufen“, freuen sich nicht nur die jungen Künstler, die unter dem Motto „‚Kannst du nicht‘ war gestern“ zur Höchstform aufliefen, sondern auch die pädagogische Leiterin Ingrid Landwehrjohann. Eine Woche lang haben 30 Mitarbeiter des Jugendwerks die Steppkes unter Anleitung des erfahrenen Teams des Mitmach-Zirkus’ „ZappZarap“ aus Leverkusen trainiert und sie auf den großen Tag vorbereitet.

Den Schützlingen einen Raum bieten

„Jeden Nachmittag haben wir in mehreren Workshops verschiedene Disziplinen eingeübt“, blickt Landwehrjohann zufrieden zurück. „So ist das Jugendwerk“, freut sich auch Einrichtungsleiter Adolf Salmen, der sich und dem Jugendwerk auf die Fahnen geschrieben hat, seinen Schützlingen einen Raum zu bieten, ihre persönlichen hundert Prozent zu entwickeln.

Mit Verweis auf das Jubiläumsmotto „Jugendwerk 50 Jahre – anders und besonders“, begrüßte Salmen in Doppelfunktion als Zirkusdirektor und Dompteur zahlreiche „hohe Tiere“ in den Rängen, darunter Bürgermeister Andreas Sunder, Landtagspräsident André Kuper, Weihbischof Manfred Grothe sowie Freunde, Gönner und viele ehemalige Bewohner und Mitarbeiter.

„Motocross Craded“ rockt das Zelt

Bereits am Mittwoch war es im Garten des früheren Franziskanerklosters hoch hergegangen, als die Neuenkirchener Band „Motocross Craded“ das Zirkuszelt rockte. Für die Jungs, die bereits im Alter von 14 Jahren mit der Jugendwerk-Band auf der Bühne standen, war es Ehrensache, auch diesmal wieder dabei zu sein. Am Abend darauf gehörte die Manege dem Wahlhamburger Tobias Tadday aus Wiedenbrück.

Er und seine exzellente Band rissen das Publikum im proppevollen Zelt von den Bänken. Interessenten, die sich dem Jugendwerk verbunden fühlen oder einen Einblick in die Arbeit der Einrichtung bekommen wollten, hatten die Einladung zum Mitfeiern gerne angenommen. „Alles in allem haben wir ein wirklich wunderbares Festival erlebt“, resümiert Landwehrjohann.

Ausstellung gewährt Einblicke in die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen

Ein weiterer Programmpunkt im Jubiläumsjahr ist die sexualpädagogische Ausstellung „Echt krass“ vom 22. September bis 12. Oktober im Kreuzgang und Refektorium des Franziskanerklosters. Danach eröffnet die Fotoausstellung „Zimmer mit Aussicht“ Einblicke in die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen.

„Eine Fotografin hat die Jungen und Mädchen in ihre Zimmer begleitet sowie abgelichtet und so Geschichten entwickelt“, erklärt Landwehrjohann. Inspiriert von der damals innovativen Pädagogik des amerikanischen katholischen Geistlichen Father Flanagan, dem Gründer der Organisation „Boys Town“, hat Karl-Heinz Koch das Jugendwerk Rietberg 1969 als Kinderheim gegründet.

Inzwischen ist daraus eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung mit einem differenzierteren Angebot erwachsen. Für Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche, die besonderer Hilfe, Unterstützung und Förderung bedürfen, stehen 101 stationäre Plätze in verschiedenen Wohn- und Betreuungsformen bereit.

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