Trauer um engagierten Heimatfreund

Heinrich Ridder leistete mehr als 60 Jahre in unterschiedlichen Gremien bewundernswerte Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit. Die Heimatpflege lag ihm besonders am Herzen. Dazu gehörte in erster Linie die plattdeutsche Sprache, der er mit einigen Broschüren ein bleibendes Denkmal setzte. Wer zum Beispiel sein Werk „Housapotheike“ aufschlägt, kann sich ein Bild von der genauen Beobachtungsgabe Ridders machen. Mit viel Fachwissen übersetzte er die Streiche von „Max und Moritz“ ins Plattdeutsche. Als Autor verfasste Ridder gleichfalls ein plattdeutsches Werk mit heimischer Geschichte, eine Jubiläumsschrift über das Schützenwesen in Bokel sowie ein Nachschlagewerk mit Kirchen- und Schulgeschichte des Orts als Inhalt.

Der nun Verstorbene, der mit seiner Ehefrau Theresia 64 Jahren gemeinsam durchs Leben ging, wohnte in Druffel. Er war Vater von sieben Kindern und Opa von vielen Enkeln.

Für Heinrich Ridder war es eine große Herausforderung, als er 1949 auf Bitten der Diözese Paderborn die Betreuung von Flüchtlingen im Lager Friedland übernahm. Dort lernte er auch seine Frau Theresia kennen. Nachdem er an der Seppeler-Schule in Verl einen Lehrauftrag bekam, war er jahrzehntelang für das Internationale Jugendaustauschwerk aktiv. Seine Laufbahn setzte sich mit der Hauptlehrerstelle an der Volksschule Druffel sowie ab 1969 an der Grundschule Neuenkirchen fort, wo er bis zu seiner Pensionierung 1988 als Rektor fungierte.

Ehrenamtlich wirkte er drei Jahrzehnte im Kirchenvorstand St. Margareta, im Vorstand des gleichnamigen Krankenhauses und späteren Seniorenheims Haus Margareta Neuenkirchen. Er war Ehrenmitglied des Heimatvereins Neuenkirchen, seit 2002 zudem im Verband Bildung und Erziehung (VBE). Ridder bemühte sich zusätzlich um die Einführung und den Aufbau der ornithologischen Sammlung im Heimathaus Rietberg und trug über viele Jahre bei den Volksliederabenden im Bürgerhaus Druffel Verantwortung.

Als Schiedsmann schlichtete Heinrich Ridder mehr als 20 Jahre im Stadtgebiet Auseinandersetzungen. Seine Lebenseinstellung hielt Heinrich Ridder in einem plattdeutschen Gedicht fest. In der letzten Strophe heißt es: „Is dat denn nich schon ganz viél mähr, als ik mi je vowochtet hèe? Jau, Herr, du häst es gutt met mi mänt, drüm segg ik gern: Ik danke di!“

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