1000 Arbeitsstunden in Porsche gesteckt
Bild: Steinecke
Rund 1000 Stunden Arbeit hat Lothar Krogmeier in den vergangenen vier Jahren in seinen Porsche 911 SC gesteckt. Jetzt steht der Wagen wieder wie aus dem Ei gepellt und beeindruckt mit seiner zeitlosen Eleganz.
Bild: Steinecke

Bedächtig legt der Kaunitzer seine Hand auf das Auto und folgt mit seinen Fingern gedankenverloren den Rundungen der Karosserie. Irgendwie ist der Porsche eines dieser Autos, die man unbedingt anfassen möchte. Dazu singt der luftgekühlte Dreiliter Boxermotor aus seinen sechs Zylindern mit 204 PS sein unverschämt heiseres Lied. „Der Boxersound kommt schon ganz gut“, sagt Lothar Krogmeier und schnalzt mit der Zunge. Und wenn es unbedingt sein muss, dann rennt der Porsche auch 235 Stundenkilometer.

Ab 3000 Umdrehungen pro Minute entwickelt der Motor ordentlich Schub. Die wilde Autobahnhatz ist aber trotzdem nicht das Ding von Lothar Krogmeier. Er ist ein Genussfahrer. Warum also den frisch belebten Sportler derart stressen? Zu schade sei ihm der Wagen dafür. Seitdem die Arbeiten an dem Porsche abgeschlossen sind, hat Lothar Krogmeier 1500 Kilometer zurückgelegt. „Aber nicht bei Regen“, gesteht er, obwohl er bei der Restaurierung penibel gearbeitet hat.

Rund 1000 Stunden Arbeit hat Lothar Krogmeier in den vergangenen vier Jahren in seinen Porsche gesteckt. Und dabei hat der Kaunitzer Wert auf die Details gelegt. Nach dem Auseinanderbauen wurde die Karosserie mit Eis gestrahlt, um so den Rost zu entfernen. Mit dem Ergebnis war Krogmeier jedoch nicht zufrieden.

„Dann sitzt man nach dem Zusammenbauen in dem Auto und denkt immer, das hätte man doch gleich richtig machen können“, erzählt er. Also ging es zurück in ein Tauchbad, in dem die Farbe entfernt wurde. Nach einem Säurebad zum Entrosten wurden die Blecharbeiten durchgeführt und das Blechkleid anschließend mit einer kathodischen Tauchlackierung beschichtet. Husch, husch und dann fertig war für Lothar Krogmeier keine Lösung.

Sorgfältig hat er Motordeckel oder Türen angepasst. Gleichmäßige Spaltmaße sind der Lohn. Vor dem Lackieren wurden die Türen ausgebaut. Dafür entfernte Krogmeier die Bolzen in den Scharnieren, statt die Schrauben zu entfernen. Der Grund: kein abgeplatzter Lack an den Schraubenköpfen. Auch Radhausschalen aus dem Zubehör wurden eingebaut. Original hatte der Porsche keine. Jetzt kann sich kein Dreck mehr in den Ecken festsetzen und zu Rost führen. „Der Wagen ist jetzt besser als das Original“, ist sich Lothar Krogmeier sicher, dass er eine Perle geschaffen hat.

Wenn aus Weiß Indisch-Rot wird

„Das war überhaupt nicht meine Farbe“, erzählt Lothar Krogmeier. Der Auto-Fan hat einen Porsche 911 SC restauriert. Statt in Weiß strahlt das Fahrzeug jetzt in Indisch-Rot. Der Kaunitzer hat bei der Restaurierung auf eine schlanke Linie des Wagens geachtet.

So tauschte er die Motorklappe mit dem dicken Spoiler gegen eine ohne Windflügel aus. Auch die Stoßstange mit den dicken amerikanischen Hörnchen, in denen sich hinten die Kennzeichenbeleuchtung befindet, musste der deutschen Ausführung mit schlanken Hörnchen weichen. Schicke Fuchs-Felgen runden das Bild ab und lassen den Porsche satt dastehen.

Im Innenraum musste nicht viel gemacht werden. Eine neue Auskleidung des Fußraums und die Polster reinigen. Was noch fehlt, ist ein originales Radio von Porsche. Die Ersatzteilversorgung für den Porsche ist gut. Scheinwerfer, Blinkergläser und die Alu-Schildchen für den Motorraum gibt es noch bei Porsche zu kaufen. „Ich musste wenig improvisieren – es sei denn, es war zu teuer“, berichtet Lothar Krogmeier. Am Fahrwerk wurden Lager und Buchsen erneuert. Das Getriebe hat er aufarbeiten lassen.

Der Motor war noch gut in Schuss. Lediglich die hydraulischen Spanner für die Steuerketten hat der KFZ-Meister nachgerüstet. Ohne mechanische Geräusche brummt der Motor im Leerlauf zufrieden vor sich hin. „Er läuft wirklich gut“, sagt Krogmeier mit einem anerkennenden Nicken.

Auf eine Besonderheit des Motors weist Lothar Krogmeier hin. Über ein Gebläse wird Frischluft in die Abgase geblasen. „Man hat schon damals die Abgaswerte geschönt“, sagt er. Für die Zulassung als Oldtimer spielt das aber keine Rolle. Das Ergebnis ist für Krogmeier eine runde Sache. Lachend sagt er: „Hat Spaß gemacht, aber nicht noch einmal.“

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