1000-facher Erfolg nach Krötenwanderung
Bild: von Stockum
Ein Schüler untersucht die Kaulquappen.
Bild: von Stockum

Ein kurzer Blick auf das Biotop reichte, um festzustellen: Es hat gefruchtet. Ausgestattet mit Gummistiefeln, Gläsern und Keschern bot sich der Klasse 8 b und ihrer Biologielehrerin Marianne Ostermann ein buchstäblich lebendiges Bild. Tausende Kaulquappen – zumeist von Erdkröten, aber auch heimischen Fröschen – bevölkern derzeit das Biotop an der Sender Straße. Berührungsängste gab es diesel Mal keine mehr: Dafür sind die jungen Amphibien derzeit noch zu putzig.

Vor einigen Wochen aber hat es für den einen oder die andere noch eine Premiere gegeben. Viele der Achtklässler hatten bis dahin noch nie einen Frosch oder eine Kröte in der Hand gehalten. Sicherheitshalber hatten deshalb manche Handschuhe mitgebracht – man weiß ja nie. In Eimern trugen die jungen Verler die Tierchen über die Straße, unterstützt von der ehrenamtlichen GNU-Mitarbeiterin Uta Greuner-Lindner. Sie war auch am gestrigen Freitag dabei und erläuterte den Schülern all das, was derzeit am Biotop kreucht und fleucht. Ganz unvorbereitet sind die Gymnasiasten allerdings nicht an die Sache herangegangen: Schon seit Wochen sind Amphibien Thema im Unterricht.

 Warum die Frösche und Kröten unbedingt immer an ihren Geburtsort zurückkehren müssen, um zu laichen, das entzieht sich auch der Kenntnis von Uta Greuner-Lindner. Dabei stören sich die Tieren auch nicht an Straßen, die für sie häufig zur tödlichen Falle werden. Wer die gefährliche Hinreise – oder Rückreise, ganz wie man will – unbeschadet überlebt hat, sichert zunächst den Fortbestand, um sich ein weiteres Mal auf den Weg zu machen. Schließlich muss man ja irgendwie wieder nach Hause kommen. „Interessanterweise orientieren sich die Tiere dann an den Gewässern und meiden die direkte Strecke“, weiß Uta Greuner-Lindner. Dementsprechend höher ist die Überlebenschance.

Das Gebiet, in dem die Achtklässler am Freitag die Fauna erkunden, muss zumindest Amphibien wie ein Minenfeld vorkommen. Schließlich ist im vergangenen Jahr noch die Umgehungsstraße dazugekommen. „Wir werden beobachten, inwiefern sich das für die Tiere zum Problem entwickeln könnte“, sagt Uta Greuner-Lindner.

SOCIAL BOOKMARKS