18.45 Uhr soll es ein Ergebnis geben
Bild: Ackfeld
So sieht der Wahlzettel aus, der den Verlern am Sonntag, 13. September, vorgelegt wird. Marita Elbracht betreut die Briefwähler im Verler Rathaus.
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Was passiert mit den Wahlverlierern? Alle fallen weich. Peter Heethey (SPD) bliebe das, was er jetzt ist: selbstständiger Rechtsanwalt mit Sitz in Verl. Ähnlich sieht es bei Michael Esken (CDU) aus. Er ist im vergangenen Jahr in Hemer für sechs Jahre als Bürgermeister wiedergewählt worden. Er bliebe im Amt. Seinen Job los wäre nur Paul Hermreck. Der Amtsinhaber stünde aber nicht mittellos auf der Straße. Er könnte direkt in Rente gehen. „Nach dem Ausscheiden aus dem Amt haben Bürgermeister einen Anspruch auf Versorgung, wenn sie die Voraussetzungen für den Eintritt in den Ruhestand erfüllen“, heißt es auf der Internetseite des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Die Voraussetzung: Eine mindestens achtjährige Dienstzeit muss erreicht sein. Und man muss älter als 45 Jahre sein. Beides trifft auf Hermreck, 59 Jahre alt und seit elf Jahren im Amt, zu.

Wann gibt es ein Ergebnis? Wahlleiter Heribert Schönauer und sein engster Mitarbeiter Heiner Panreck rechnen damit, dass gegen 18.20 Uhr die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen eintrudeln. Gegen 18.45 Uhr soll das Endergebnis feststehen.

Gibt es eine Wahllobby? Um 17.30 Uhr öffnet der Ratssaal am Rathaus. Dort werfen Verwaltungsmitarbeiter die aktuellsten Zahlen per Beamer an die Wand.

Was machen die Kandidaten am Sonntagabend? Michael Esken hat angekündigt, gegen 18.30 Uhr in der Wahllobby im Rathaus aufzutauchen. Peter Heethey will ebenfalls dabei sein, wenn die Ergebnisse präsentiert werden. Nur Paul Hermreck ist noch unsicher. Es sei mit Freunden zum Fußballschauen verabredet, sagte der Amtsinhaber am Dienstag. Er wisse noch nicht, ob er in die Lobby komme. Schließlich habe er am Sonntag frei. Eine endgültige Entscheidung habe auch nichts mit dem Wahlergebnis zu tun.

Wer darf wählen?  Jeder, der am Wahltag 16 Jahre und älter und Angehöriger eines Staates der Europäischen Union ist. Stand Dienstag sind das 20 776 Wahlberechtigte. Zieht bis zum Wahltag am Sonntag noch jemand um, verliert er den Anspruch, in Verl wählen zu dürfen. Wer jetzt noch zuzieht, ist nicht mehr wahlberechtigt. Stichtag für eine Anmeldung in Verl war der 28. August.

Wie viele haben schon gewählt? Stand Dienstag haben 1900 Verler ihre Stimme abgegeben. Das sind 9,15 Prozent der Stimmberechtigten. „Wir liegen in Verl immer bei zehn, elf, zwölf Prozent Briefwählern“, sagt Heiner Panreck, der seit 1985 für die Organisation von Wahlen zuständig ist. Da es eine Entscheidung mit nur drei Kandidaten ist, spricht er – auf die Organisation bezogen – von einer leichten Wahl. „Wir haben eine ähnliche Tendenz wie in den Vorjahren“, sagt der Wahlleiter Heribert Schönauer mit Blick auf die Zahl der Briefwähler. 2446 Verler haben die Briefwahl beantragt. Die Stimmzettel müssen bis Freitag, 18 Uhr, im Rathaus vorliegen.

Wie viele Helfer sind am Wahltag im Einsatz? Zunächst einmal nahezu alle Mitarbeiter der Verwaltung. Jeweils sieben Helfer – auch ehrenamtliche – sind in den 19 Wahllokalen aktiv. Hinzu kommen Mitarbeiter im Rathaus. Insgesamt bietet die Stadt 150 Kräfte auf, damit alles glatt läuft. „Es laufen viele logistische Arbeiten im Hintergrund“, erklärt Schönauer.

Wann gibt es eine Stichwahl? Wenn kein Kandidat mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Bisher hat es das in Verl noch nie gegeben. Aber was ist schon normal bei dieser Wahl, die die spannendste in der Geschichte ist? Wer eine Briefwahl im Fall eines zweiten Durchgangs schon beantragt hat, erhält in der kommenden Woche automatisch Post. Die geht auch ins Ausland. Verler, die sich in Frankreich, Afrika und Amerika aufhalten, haben die Briefwahl beantragt. Ob die Stimmzettel aber rechtzeitig bis Sonntag, 27. September, im Rathaus wieder eintrudeln, darauf hat die Verwaltung keinen Einfluss. Schon am Dienstagabend sollen Briefwahlunterlagen verschickt werden.

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