50 Euro für die Osterfeuer-Anmeldung
Feuer wie das der Kolpingsfamilie Verl ist aus Sicht der SPD nicht das Problem.

 „Oftmals wird dieser schöne Brauch dafür genutzt, Schnittgut und andere Sachen zu verbrennen“, heißt es in einem Antrag, der nun im Zuge der Haushaltsberatungen auf den Prüfstand kommt. Hinzu käme: „Die aufgeschichteten Reisig- und Kleinholzhaufen bieten für Kleintiere, Insekten und Amphibien einen wertvollen Lebensraum.“ Igel und Wiesel sehen in dem Totholzhaufen einen attraktiven Unterschlupf. Werde das Feuer entzündet, verbrennen sie.

Die Feuer sollen nur noch von Glaubensgemeinschaften, Organisationen, Vereinen, Verbänden sowie Siedler- und Nachbargemeinschaften angemeldet werden können. Im Umkehrschluss: Einzelpersonen sollen nicht mehr zum Zuge kommen. Das aber ist jetzt auch schon so: Drei Personen müssen den Antrag unterschreiben. Die Sozialdemokraten vermuten, dass kleinere Feuer vor allem dazu dienen, Gartenabfälle wie Hecken-, Strauch-, oder Baumschnitt zu entsorgen. Auch deshalb soll die Anmeldung künftig 50 Euro kosten – und auch über das Internet möglich sein.

77 (angemeldete) Osterfeuer hat es nach Angaben der SPD allein im vergangenen Jahr in Verl gegeben. Oft könne man Ostersonntag aber nur Rauchwolken sehen – ohne eine Aufsichtsperson in der Nähe, die der Gesetzgeber eigentlich vorsehe, heißt es in dem Antrag, den Fraktionschef Peter Heethey und Ratsmitglied Uwe Hasler unterzeichnet haben. Es dürfe bezweifelt werden, dass es sich dabei immer auch um Feuer im Sinne des Brauchtums handele.

Ob sich die SPD mit ihrem Vorhaben durchsetzt, wird im Stadtrat entschieden.

SOCIAL BOOKMARKS