Ab der Grenze muss die Polizei zuschauen
Bild: Ackfeld
Bedient ist Markus Hoffmann von der gleichnamigen Spedition am Östernweg nach dem Diebstahl.
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Das ist passiert: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatten Kriminelle zunächst einen Transporter in Rheda-Wiedenbrück gestohlen. Der war mit einem GPS-Gerät ausgestattet und konnte geortet werden.

Nach Angaben von Markus Hoffmann haben die Diebe drei Stunden auf dem Hof in Verl gestanden, 300 Kartons mit Kleidung geöffnet und dann den Inhalt auf den Transporter umgeladen. Von dort aus haben sich die Diebe auf den Weg in die Niederlande gemacht, wie Hoffmann aus den Aufzeichnungen der Rheda-Wiedenbrücker Firma erfahren hat. Das Unternehmen stellte die GPS-Daten auch der Polizei zur Verfügung.

Aber: Die deutschen Beamten konnten nicht eingreifen. Einfach in die Niederlande fahren dürfen sie nur, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Ansonsten muss über die Staatsanwaltschaft Rechtshilfe ersucht werden. „An einem Sonntag ist mit einem Rechtshilfegesuch nichts zu machen“, erklärte Stefanie Jürgenlohmann, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Die Polizei wollte sich am Donnerstag mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht detailliert äußern. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Diebstahl in Rheda-Wiedenbrück und dem Einbruch in Verl, so Pressesprecher Karl-Heinz Stehrenberg. Auch arbeite man intensiv mit den niederländischen Kollegen zusammen.

Schon am Sonntag habe es telefonischen Kontakt mit der niederländischen Polizei gegeben, erklärte Stefanie Jürgenlohmann auf Anfrage der „Glocke“. Die Niederländer erklärten, ohne Rechtshilfegesuch nichts machen zu können. „Da sind uns dann die Hände gebunden. Das ist eine politische Entscheidung, an die sich die Justiz zu halten hat“, sagte Stefanie Jürgenlohmann. Mittlerweile habe eine Durchsuchung des Objekts, wo der Transporter abgestellt war, stattgefunden, erklärte die Staatsanwältin.

Markus Hoffmann stört sich vor allem am System: „Wenn einer meiner Fahrer in den Niederlanden zu schnell fährt, bekomme ich den Strafzettel zugestellt“, sagt der Spediteur. Er kann es nicht fassen, dass die Diebe entkamen, obwohl bekannt war, wo sie sich für Stunden aufhielten, um wohl die Ware umzuladen.

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