„Alles VW“ mit Gästen aus Nottingham
Bild: Steinecke
Längste Anreise: Vicky und Graham Ellison aus Nottingham.
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 „Das wäre ja ein totaler Stilbruch. Die werden hier nicht reingelassen“, schüttelte Organisator Erich Rostek auf die Frage den Kopf, ob denn auch der ein oder andere Opel im VW-Revier wildern dürfe. Aber auch wilde Show-Macher, die mit durchdrehenden Rädern gerade mal einen Satz Reifen „aufrauchen“, sind nicht erwünscht. „Nicht bei uns. Das ist Wörthersee-Niveau. Die müssen dann das Gelände verlassen“, weiß Erich Rostek das gediegene Flair in Kaunitz zu schätzen. Die Autos sind jedoch alles andere als gediegen. Tief, breit, böse – so sieht es die Tuningszene gern. Alltagstauglichkeit ist Nebensache. Die penibel gepflegten Schmuckstücke werden gehütet wie der eigene Augapfel. Wer auf den eigenen vier Rädern angereist ist, sucht sich seinen Standplatz, um zunächst eine ausgiebige Putzstunde einzulegen.

„Leistung ist nebensächlich“

Wenn die Hochglanzfelgen schließlich von dem letzten Körnchen Bremsstaub befreit sind, umspielt ein zufriedenes Grinsen die Lippen der stolzen Besitzer. „Leistung ist nebensächlich“, sagt Erich Rostek. Trotzdem kann ein wenig Extra-Power nicht schaden. Wenn die Hifi-Anlage schon mit 1000 Watt auf sich aufmerksam macht, dann ist man mit 300 PS gerade passend motorisiert. So wie Vicky und Graham Ellison aus Nottingham. Das Ehepaar ist mit seinem tiefschwarzen Beetle, dessen fein veredelter Innenraum von einer Monitorbatterie geadelt wird, nicht nur ganz dicht dran am Pokal für das perfekt getunte Auto, sondern auch am Preis für die längste Anreise. Prämiert werden die 100 besten Fahrzeuge. Von denen werden die drei Besten auf den Podest gehoben. 20 Pokale werden in der Kategorie Youngtimer (mindestens 20 Jahre alt) verteilt. Weitere 20 gehen an die Oldtimer (mindestens 30 Jahre alt) mit H-Kennzeichen. Ob jung oder alt, in einem originalen Zustand müssen sie alle sein. Da ist zum Beispiel der Bulli von Volker Bartels. Das alte Brauerei-Fahrzeug aus dem Jahr 1962 hat er piekfein wieder aufgearbeitet. Ebenso wie Patrick Bergedieck und Claudia Kuberski aus Ahlen. Die haben ihr pechschwarzes Karman-Ghia-Cabrio mit den roten Ledersitzen zwei Jahre lang wieder aufgebaut. Zum Fahren eigentlich viel zu schade. „Sonntags bei gutem Wetter zum Eis essen“, sagen sie.

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