Ampel statt Lotse ist eine Option
Bild: Ackfeld
Ehrenplatz am letzten Arbeitstag: Josefine und Helmut Hüttenhölscher waren jahrelang Schülerlotsen. An der Österwieher Straße sorgten sie dafür, dass die Jungen und Mädchen sicher zur Bühlbuschschule kamen.
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Am Freitag hat Helmut Hüttenhölscher noch einmal aufgepasst, dass die Jungen und Mädchen der Bühlbuschschule nach Unterrichtsende sicher über die Österwieher Straße kamen. Er war sieben Jahre Schülerlotse, seine Frau hat den Job fast 26 Jahre gemacht. „Ich bin der Lehrling, sie die Chefin“, berichtet Helmut Hüttenhölscher und lacht. Aber: „Einmal muss Schluss sein.“

Und seit Freitag ist Schluss. Mit einem Theaterstück und Gesang haben die Jungen und Mädchen die Schülerlotsen verabschiedet. „Wir gönnen Ihnen Ihren Ruhestand. Aber wir werden sie vermissen“, sagte Schulleiterin Gisela Kröhnert. Verstärkt wird der Trennungsschmerz durch die Tatsache, dass die Bemühungen der Stadt, einen Nachfolger zu finden, bisher ins Leere gelaufen sind.

„Wir sind bemüht“, sagte der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer am Rande der Feierstunde. „Aber es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der morgens und mittags zur Verfügung steht“, so Schönauer. Ein Lotse an der Österwieher Straße sei sinnvoll. Nur muss er gefunden werden. Es hätten auch schon Gespräche stattgefunden, sagte der Erste Beigeordnete.

Grundsätzlich will die Stadt aber eine Lösung finden. Allein schon wegen der Baustelle im Ortskern. Die ist ein Grund dafür, dass der Verkehr auf der Österwieher Straße zuletzt deutlich zugenommen hat. „Das ist so viel Verkehr, eigentlich können die Kinder dort nicht allein über die Straße“, sagte Josefine Hüttenhölscher. „Und jetzt in der Dunkelheit ist es noch schlimmer. Die fahren einem fast die Kelle aus der Hand“, berichtete Helmut Hüttenhölscher.

Die Stadt ist sich der Gefahr bewusst. Wird bis zum Schulstart am 7. Januar kein Lotse gefunden, werde man über technische Hilfen nachdenken, so Heribert Schönauer. Das könnte zum Beispiel eine mobile Ampel sein, die den Verkehr auf der Österwieher Straße bei Bedarf zum Stehen bringt. Grundsätzlich aber soll ein Nachfolger gefunden werden, der morgens von 7.30 bis 8 Uhr sowie mittags ab 11.35, 12.30 und 13.20 Uhr jeweils eine Viertelstunde Dienst macht.

Die Stelle könne auch geteilt werden, so Heribert Schönauer. Im Gegensatz zu anderen Kommunen gibt es dafür in Verl sogar Geld, wie aus der Ausschreibung hervorgeht, die auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht worden ist. Und eventuell kommt zu dem Geld in ein paar Jahren sogar eine Abschiedsfeier hinzu. Die Messlatte hat Josefine Hüttenhölscher aber mit nahezu 26 Dienstjahren sehr hoch gelegt.

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