Angler widersprechen Bürgermeister
Bild: Steinecke
Kormorane am Verler See: Die Angler sehen sie nicht gern, weil sie die Fische fressen. Auch Graugänse sind mittlerweile ein Problem, weil sie das Schilf verspeisen. Die Qualität des Wassers ist nach Ansicht des Vereins aber nicht so schlecht, wie verkündet.
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„Das ist falsch“, sagt Karl Berg im Gespräch mit der „Glocke“. Der Vorsitzende des Vereins kritisiert die Aussage in einer Mitteilung harsch. Die Mitglieder hatten sich zur Jahreshauptversammlung getroffen. Dabei wurde deutlich: „Außer der außergewöhnlichen Trockenheit und der Kormoranverordnung war die Bewertung des Verler Sees durch das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro sowie die Interpretation der Daten zur Wasserqualität durch den Bürgermeister ein zentrales Thema.“

„Damit sind wir nicht einverstanden“, sagt Karl Berg über die Aussage, dass der See kurz vor dem Umkippen sei. Die Messwerte sind aus seiner Sicht nicht richtig interpretiert worden. Eigene Messungen, die durch den Gewässerwart Klaus Lauströer und Karl Berg durchgeführt wurden, hätten ergeben, dass die Werte im grünen Bereich seien, schreiben die Angler. Einzig der Phosphatgehalt sei noch erhöht gewesen.

Michael Esken bleibt indes bei seiner Aussage: „Ich habe nur das wiedergegeben, was im Gutachten steht“, sagt das Stadtoberhaupt. Einsehen konnte die „Glocke“ das Gutachten nicht, weil es erst in einer der nächsten Bauausschusssitzungen öffentlich gemacht werden soll. Nun gut.

„Wir überprüfen die Wasserqualität regelmäßig“, sagt Karl Berg – und zwar an mehreren Stellen. Die Ergebnisse flossen auch in die Studie des Ingenieurbüros zum Verler See ein. Ein Messpunkt sei an einem Zulauf, aus dem das Druckwasser aus den davor liegenden landschaftlichen Flächen in den See gelangt, so der Angelverein. An dieser einen Stelle habe es erhöhte Werte gegeben, räumt auch Karl Berg ein. Das Phosphat sei eine Folge von Düngung der Felder, aber auch des heißen Sommers.

„Wenn wir jetzt messen würden, hätten wir deutlich reduzierte Phosphat-Werte. Da bin ich mir sicher. Das ist unsere Erfahrung“, sagt Karl Berg. Allein schon weil derzeit nicht gedüngt würde. Und dann hätte sich das Gewässer nach dem heißen Sommer auch erholt. Sinken die Temperaturen, zirkuliert das Wasser im See. Dann gebe es auch nicht mehr – wie bei Hitze – Zonen in sechs Metern Tiefe, wo der Sauerstoffgehalt deutlich abnimmt, so Karl Berg. Er betont, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt in den vergangenen Jahren sehr gut gewesen sei. Gemeinsam sei aus der Badewanne Verler See ein Biotop für Vögel und Fische geschaffen worden.

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